Siemens übernimmt die US-amerikanische Softwarefirma Altair Engineering für rund 10,6 Milliarden US-Dollar. Die Aktionäre des Anbieters von Software- und Cloud-Lösungen in den Bereichen Analyse, Datenwissenschaft und KI erhalten laut einer Mitteilung 113 Dollar pro Aktie, was einer Prämie von 19% auf den Schlusskurs vom 21. Oktober 2024 entspricht.
Analysten sagten gegenüber 'Reuters', der Deal sei zwar "nicht billig", werde aber die angeschlagene Digital-Industries-Sparte von Siemens stärken. Zudem bringe Altair Know-how im Bereich der High-Performance Computing sowie der Künstlichen Intelligenz mit.
"Logischer Schritt" für Siemens
Mit der Übernahme baut der deutsche Technologiekonzern seine Position im Bereich der Industriesoftware deutlich aus. Sie sei ein "logischer nächster Schritt: Wir haben in den vergangenen 15 Jahren unsere Führungsrolle bei industrieller Software ausgebaut und zuletzt die Vorteile von Daten und KI für ganze Industrien nutzbar gemacht", sagt Roland Busch, Vorstandsvorsitzender von Siemens.
Durch die Kombination der Altair-Kompetenzen mit der Siemens-Plattform Xcelerator entsteht nach Unternehmensangaben ein umfassendes KI-gestütztes Design- und Simulationsportfolio. Zudem werden signifikante Synergien erwartet
Der Abschluss der Transaktion wird für die zweite Jahreshälfte 2025 erwartet. Sie soll sich bereits ab dem zweiten Jahr nach Abschluss positiv auf das Ergebnis je Aktie auswirken.
Die beiden Portfolios seien in hohem Masse komplementär, wie es in der Mitteilung heisst. Siemens rechnet mit signifikanten Umsatzsynergien, insbesondere auch durch Cross-Selling-Möglichkeiten. Der Umsatzeffekt werde mittelfristig mehr als 500 Millionen Dollar pro Jahr betragen, langfristig könnte er auf mehr als eine Milliarde Dollar anwachsen.
Altair Engineering wurde Mitte der 1980er Jahre in Detroit gegründet und ist seit 2017 an der Nasdaq notiert. Das Unternehmen beschäftigt eigenen Angaben zufolge 3500 Mitarbeiter, davon 1400 in der Forschung und Entwicklung. Die Altair-Kunden stammen unter anderen aus der Fertigung, den Biowissenschaften, dem Energie- und dem Finanzsektor.