Solothurn darf Millionen für digitales Impulsprogramm ausgeben

29. März 2023 um 14:38
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Foto: Tino Zurbrügg / Solothurn Tourismus

Der Kantonsrat bewilligt Kredite für die digitale Transformation. Dafür sollen auch 20 neue Vollzeitstellen geschaffen werden.

Mit einer grossen Mehrheit hat der Solothurner Kantonsrat das "Impulsprogramm SO!Digital" gutgeheissen. Damit kann der Kanton in den nächsten drei Jahren 10,6 Millionen Franken zur digitalen Transformation der Verwaltung einsetzen und 20 neue Stellen schaffen.
Mit der nun beschlossenen Digitalisierungsstrategie liege ein "konkreter und für den Kanton Solothurn massgeschneiderter Umsetzungspfad" für die Reise in die digitale Zukunft vor, schrieb der Regierungsrat in der Botschaft zur Vorlage.

Abschaffung des Papiers vorantreiben

"Die Digitalisierung kommt", sagte Kantonsrat David Häner (FDP) als Sprecher der Spezialkommission Digitalisierung. Es sei besser, sie aktiv mitzugestalten und "die Abschaffung des Papiers in der Verwaltung" voranzutreiben. Die Digitale Transformation sei ein Kernanliegen seiner Partei, betonte Christian Ginsig im Namen der GLP-Fraktion.
"Die Zeit ist reif, überreif", befand auch Markus Ammann von der SP-Fraktion. Anna Engeler von den Grünen meinte, es sei "ein Investment" und besser, als später "Schnellschüsse auf Druck des Bundes" vornehmen zu müssen. Benjamin von Däniken (Mitte) bezeichnete die Ziele als ambitioniert. Wichtig sei, jetzt einen Startschuss zu setzen.

SVP warnt vor hohen Kosten

"Die Kosten werden uns um die Ohren fliegen", warnte hingegen Matthias Borner (SVP). Seine Fraktion verlange "weniger Marketing, dafür mehr Umsetzung" und werde den zweiten, weitergehenden Beschluss deshalb ablehnen.
In der Abstimmung wurde der erste Beschlussentwurf mit 91 Ja zu 5 Gegenstimmen aus der SVP angenommen. Damit hat der Kantonsrat in einem ersten Schritt Kosten von 6,3 Millionen Franken bewilligt, sowie 1,9 Millionen Franken für die Umsetzung des Impulsprogramms.

Neue Stellen für Kompetenzzentrum und Departemente

Der zweite Beschlussentwurf mit einem Kredit von 2,44 Millionen Franken wurde mit 76 Ja gegen 19 Stimmen aus der SVP ebenfalls angenommen. Dabei werden 5,8 Vollzeitstellen im Kompetenzzentrum Digitale Verwaltung neu geschaffen. 14,7 Vollzeitstellen sind in den Departementen, der Staatskanzlei und den Gerichten vorgesehen.
Für die Finanzierung dieser 20,5 zusätzlichen Vollzeitstellen werden ausserdem jährlich wiederkehrend 3,5 Millionen Franken erwartet.
Damit ist der Weg frei, heute schon bestehende Angebote wie die elektronische Umzugsmeldung oder die Online-Bestellung eines Betreibungsregister-Auszugs durch weitere digitale Dienstleistungen zu ergänzen. Man wolle die Verwaltung "neu denken" und den digitalen Service public im Kanton vorantreiben, schrieb der Regierungsrat in seiner Botschaft. Das 2023 startende Impulsprogramm ist zunächst auf drei Jahre angelegt.

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