Stark steigende Cyberbedrohungen in der Schweiz

27. April 2026 um 09:57
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Foto: James Harrison / Unsplash

Der Einsatz von KI bei Cyberangriffen, globale Abhängigkeiten und geopolitische Spannungen machten die Bedrohungslage komplexer und schwerer kontrollierbar.

Die Cyberbedrohungslage in der Schweiz hat sich innerhalb eines Jahres deutlich verschärft. KI, geopolitische Spannungen und globale Abhängigkeiten machten Cyberangriffe komplexer und schwerer kontrollierbar, wie es im jährlichen "Cybersecurity Threat Radar" von Swisscom hiess.
Der Bericht nennt unter anderem staatlich motivierte Cyberangriffe, hybride Kriegsführung, Desinformation und Attacken auf Software-Lieferketten als zentrale Risiken. Die digitale Transformation führe dazu, dass Unternehmen immer stärker von Cloud-Plattformen, externem Code, KI-Modellen und vernetzten Industrieanlagen abhängig seien, hiess es.
"Wer nicht weiss, wie Software entsteht, wo Daten verarbeitet werden oder welchen rechtlichen Rahmenbedingungen Anbieter unterliegen, riskiert einen Kontrollverlust mit potenziell gravierenden Folgen für das gesamte Unternehmen", hiess es im Bericht.

KI, Betriebstechnik, Strategie

Besonders KI wirke als Beschleuniger. Sie könne zwar Produktivität und Innovation erhöhen, verstärke aber bei fehlender Kontrolle bestehende Risiken. Die Expertinnen und Experten von Swisscom verweisen dabei auf intransparente Modelle, nicht autorisierte KI-Werkzeuge im Arbeitsalltag und neue Angriffsmöglichkeiten durch KI-gestützte Attacken.
Damit rückt dem Bericht zufolge die Sicherheit von Energieversorgung, Gebäudeautomation, Medizintechnik oder Produktionsanlagen stärker in den Fokus. Die zunehmende Vernetzung von IT und Betriebstechnologie mache solche Systeme anfälliger für Angriffe mit möglichen physischen Folgen.
Laut den Security-Spezialistinnen und -Spezialisten reicht Vertrauen in Anbieter und Systeme nicht mehr aus. Unternehmen müssten Herkunft, Integrität und Abhängigkeiten von Software, Daten und Systemen transparent machen und aktiv steuern. Cybersicherheit sei damit nicht mehr nur eine technische Aufgabe, sondern ein strategischer Faktor für Resilienz, digitale Souveränität und Vertrauen.
Eine rückläufige Entwicklung ist laut dem Bericht in den Bereichen Fachkräftemangel und Ransomware zu beobachten. Der Bedarf an Security Professionals sei enorm gross und könne nur sehr schwer gedeckt werden. Dies führe zu einem abnehmenden Know-how im Kampf gegen immer intelligentere und komplexere Angriffe. Die Zahl der registrierten Ransomware-Angriffe in der Schweiz ist dem Bericht zufolge rückläufig. Das Bundesamt für Cybersecurity rapportiert eine gleichbleibend hohe Zahl an Ransomware-Vorfällen.

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