Die Resultate von gleich zwei Befragungen zum Thema Digitalisierung in der Schweiz wurden diese Woche veröffentlicht. Einerseits die sechste Auflage von "Switzerland's Digital DNA" vom Strategieberatungsunternehmen Oliver Wyman und andererseits eine Studie von Dell
Technologies, in der sich die Forschenden ebenfalls mit dem Stand der digitalen Transformation auseinandergesetzt haben. Während bei Dell 10'500 Führungskräfte, IT-Leiter und Mitarbeitende – davon 200 aus der Schweiz – befragt wurden, wurde die Onlinebefragung von Oliver Wyman von über 1600 Menschen aus der Deutschschweiz und der Romandie beantwortet. Die Veröffentlichung der Studie erfolgte im Rahmen der
Digitaltage 2022.
Mitarbeitende sind zurückhaltend
Gemäss Dell sind 61% der Befragten in der Schweiz der Meinung, dass ihr Unternehmen nicht weiss, was notwendig ist, um die digitale Transformation innerhalb der Belegschaft voranzutreiben. Gleichzeitig sei es für viele Angestellte auch eine Herausforderung, mit den angestrebten Veränderungen Schritt zu halten: 66% finden, dass ihr Unternehmen bei der Planung von Transformationsprogrammen nicht ausreichend auf die eigene Belegschaft eingeht.
Neben einem Grossteil von Menschen (61%), die dazu neigen, sich zurückzuhalten und erst zu beobachten und abzuwägen, gibt es rund einen Viertel, bei dem die Bereitschaft zur Übernahme von technologischen Neuerungen hoch ist, sofern diese von anderen Personen ausgewählt werden. Laut Dell tendieren aber auch 11% der Befragten dazu, den technologischen Innovationen entgegenzuwirken. Lediglich 5% der Angestellten streben demnach in der Schweiz nach Innovationen und bahnbrechenden technologischen Fortschritten.
Skepsis in der Bevölkerung
Zu einem etwas anderem Schluss kommt die Studie von Digitalswitzerland: Zwar erachten 75% der Schweizer Bevölkerung das Internet und die damit verbundene Technologien als eine Chance, aber rund ein Fünftel der Befragten fühlt sich persönlich nicht in der Lage, mit dem technischen Fortschritt mitzuhalten. Den grössten Aufholbedarf in Sachen digitale Kompetenzen sehen die Probanden in der Weiterentwicklung technologischer Skills wie Programmieren (44%) und der Nutzung neuer Technologien wie Smartphones oder VR-Brillen (18%).
"Die Schweizerinnen und Schweizer blicken mit abgeklärtem Optimismus auf die Technologie-Umwälzungen", kommentiert Nordal Cavadini vom Strategieberatungsunternehmen Oliver Wyman die Ergebnisse. So vertrauen laut der Befragung nur 29% ihre persönlichen Daten den grossen Tech-Firmen an. Auch Online-Händler (36%) schneiden in puncto Vertrauen schlecht ab. Besser steht es hingegen um die Datennutzung durch Spitäler, Ärzte und Krankenkassen: 68% der Befragten vertrauen diesen Dienstleistern. Dazu erstaunte die Autoren auch, dass Banken (64%) und Universitäten (61%) in Sachen Datenweitergabe noch mehr Vertrauen geniessen als die Regierungen und öffentlichen Ämter (53%).
Update 05.10., 13:30 Uhr: Die Autorenschaft der Studie "Switzerland's Digital DNA" wurde korrigiert.