Heute, 5. September ist die 6. Ausgabe der Schweizer Digitaltage in Bern unter anderem mit einer Eröffnungsrede von Bundespräsident Ignazio Cassis gestartet. Die Veranstaltung umfasst über 200 kostenlose Angebote, die während 7 Wochen online oder vor Ort abgerufen werden können. Man wolle mit dieser Ausgabe noch regionaler werden, erklärte die Organisatorin und Standortinitiative Digitalswitzerland an einer Medienkonferenz. Bis zum 23. Oktober besuchen die Digitaltage 19 Standorte in 7 Regionen.
Mit auf der Tour sind 2 "Bubbles", grosse, durchsichtige Kuppelinstallationen, in denen vor Ort Veranstaltungen stattfinden. Mit diesen und den anderen Angeboten wollen die Digitaltage wieder Hundertausende Bürgerinnen und Bürger erreichen, betonte Digitalswitzerland-Gründer Marc Walder. Die Bevölkerung interessiere sich für die Themen der digitalen Transformation, dies hätten die zurückliegenden Digitaltage gezeigt. Deshalb wolle man erneut von Kindern über Fachkräfte und Lehrerinnen bis hin zu Senioren alle ansprechen.
3 Formate als Schwerpunkt
Mit den Bubbles wandern auch die 3 Hauptformate durch die Schweiz: "GreenTech Startup Battle", "herHack" und "NextGen: Future Skills Lab". Letzteres richtet sich spezifisch an Schulklassen und soll diesen eine Gelegenheit bieten, "Digitalisierungsthemen und damit verbundene Zukunftskompetenzen hautnah auf spielerische und kollaborative Weise zu erleben". Katja Schönenberger, Direktorin Pro Juventute, sagte vor den Medien: "Jugendliche verbringen heute täglich 4 bis 5 Stunden in der digitalen Welt." Doch vielen sei nicht bewusst, dass sie sich damit auch wichtige Skills für einen zukünftigen Berufsweg aneignen könnten. "Zeigen wir ihnen, wie sie diese entdecken und nutzen können."
Die Digitaltage müssten aber nicht nur die nächste Generation für IT-Themen sensibilisieren, sagte Nicole Burth, Mitglied der Konzernleitung bei der Post. Vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels gehe es ebenso darum, der ganzen Bevölkerung Möglichkeiten der Um- und Weiterbildung aufzuzeigen und den Eintritt in IT-Berufe zu ermöglichen.
Bevölkerung designt Krypto-Briefmarke
Die Post selbst will an der Veranstaltung erstmals zusammen mit der Bevölkerung eine Krypto-Briefmarke umsetzen. Diese sei ein "Riesenerfolg", so Burth. Nach
der ersten Ausgabe 2021 und der zweiten in diesem Sommer soll 2023 die dritte folgen. In das Design sollen Bilder einfliessen, die an den Digitaltagen kreiert werden. Bei dem Projekt "Swissp[AI]nt" können Besucherinnen und Besucher an einem Touchscreen digitale Begriffe auswählen und dann mithilfe von künstlicher Intelligenz in Bilder umwandeln. Die Organisatoren sprechen von "einem der weltweit grössten kollaborativ erstellten digitalen Kunstwerke", das so entstehen soll. "Die einzelnen Werke werden zu einer digitalen Collage zusammengefügt, die am Ende der Schweizer Digitaltage als NFT (non-fungible token) für einen guten Zweck versteigert werden soll."
Mit dem Schwerpunkt "herHack" findet eine Erfolgsgeschichte des Vorjahres ihre Fortsetzung. Für den ersten und grössten Schweizer Hackathon für Frauen gingen 2021 über 300 Anmeldungen ein, aber nur rund 200 Frauen konnten aufgrund der beschränkten Platzzahl teilnehmen. Deshalb wird der Hackathon dieses Jahr ausgeweitet und hybrid durchgeführt – mit Workshops in den Bubbles an den verschiedenen Standorten und einem Online-Finale.
In einem Finale in Zug mündet auch der dritte Schwerpunkt "GreenTech Startup Battle", der sich der Nachhaltigkeit widmet. "20 ausgewählte Startups aus der Schweiz erhalten die Chance zu zeigen, wie ihre nachhaltigen Ideen Wirkung zeigen", heisst es dazu. Nachdem die Ideen an den Standorten der Digitaltage präsentiert wurden, entscheidet eine Jury und das Publikum darüber, welche 7 Startups ins Finale kommen.
Das vollständige Programm der 6. Schweizer Digitaltage kann
online abgerufen werden.