Swiss Re will Staatsgarantien für Cyber-Versicherungen

9. November 2022 um 15:14
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Die alte Konzernzentrale von Swiss Re am Mythenquai in Zürich. Foto: Jochen Teufel. Lizenz: CC BY-SA 3.0

Der Markt für Cyberversicherungen wächst und wächst, dabei nehmen sowohl die Prämien als auch die Risiken immer weiter zu. Wenn das nur gut geht.

Eine Studie des Schweizer Rückversicherungskonzerns Swiss Re zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit für einen privaten oder staatlich geförderten Cyberangriff auf Unternehmen immer grösser wird. Der IT-Security-Anbieter McAfee schätzt, dass sich der weltweite Verlust durch Cyberkriminalität im Jahr 2020 auf rund 945 Milliarden US-Dollar belaufen hat. Entsprechend werden auch immer häufiger Versicherungen gegen solche Ereignisse abgeschlossen
Gemäss Schätzungen von Swiss Re werden die weltweiten Cyber-Versicherungsprämien im Jahr 2021 rund 10 Milliarden Dollar erreichen. In seiner Studie prognostiziert der Konzern dabei ein jährliches Wachstum der Versicherungen von 20% bis 2025. Damit würden die Prämien in den nächsten Jahren auf insgesamt 23 Milliarden US-Dollar ansteigen. Angesichts der steigenden Fälle würden die Versicherungen dann aber auch immer stärker belastet werden, schreibt Swiss Re.
Aus diesem Grund hat der Konzern in seinem Report ein öffentlich-privates Versicherungsprogramm für Cybervorfälle empfohlen. "Die Zusammenarbeit zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor ist der Schlüssel zur Eindämmung von Cyberbedrohungen für kritische Infrastrukturen.", schreibt der Rückversicherer. Unter anderem soll ein staatlich unterstützter Fonds geschaffen werden, der allfällige Deckungslücken für Versicherte schliessen könnte.

Schwammige Versicherungsverträge

Seinen Kunden empfiehlt Swiss Re, dass sie entsprechende Ausschlussklauseln und Vertragsbedingungen überprüfen und aktualisieren, um den Umfang des Versicherungsschutzes genau abzustecken. Der Cyber-Versicherungsmarkt sei noch relativ jung, dazu äusserst komplex und ohne ausreichende Standardisierungen, heisst es vom Rückversicherer.
Gemäss 'The Register' haben diverse Versicherungsunternehmen und Marktplätze Probleme mit der Formulierung ihrer Cybersecurity-Policen. Lloyd's of London kündigte demnach vor kurzem an, dass die Policen bald keine Verluste mehr abdecken werden, die durch Cyberangriffe von Nationalstaaten oder durch Kriegshandlungen entstehen.
Unklarheiten in Bezug auf die Deckung gab es auch schon bei den Versicherungskonzernen ACE Insurance und Zurich Insurance. Nach der NotPetya-Cyberattacke im Jahr 2017 stellten sich rechtliche Fragen, wie was genau eine Kriegshandlung darstellt und ob Versicherungsunternehmen für Schäden aufkommen müssen, die durch solche herbeigeführt werden.

Staatliche oder andere Gelder anzapfen

"Die Exponierung gegenüber schwer zu versichernden systemischen Risikoszenarien bleibt ein Hindernis für die Kapazität der Branche", heisst es in der Studie weiter. "Die Beteiligten haben Schritte unternommen, um einige dieser Probleme zu lösen, aber Faktoren wie die Zuordnung von Cyber-Ereignissen bleiben ein Kernproblem."
Swiss Re forderte deshalb auch "neue Kapitalquellen" für den Versicherungszweig. Falls diese nicht aus dem öffentlichen oder dem privaten Sektor kommen sollten, wäre eine weitere Option, dass der Markt für versicherungsgebundene Wertpapiere angezapft wird, so der Konzern.

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