Swisscom verklagt Sunrise auf 90 Millionen Franken Schadenersatz

21. Februar 2024 um 15:02
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Foto: Serhat Beyazkaya / Unsplash

UPC hatte erklärt, für sein Mobile-Angebot zu Swisscom zu wechseln, was mit der Übernahme von Sunrise aber hinfällig wurde. Swisscom macht deshalb eine Vertragsverletzung geltend.

Swisscom hat Sunrise wegen eines Mobilfunk-Mitbenutzungs­vertrags auf einen Schadenersatz von 90 Millionen Franken verklagt. Die Klage wurde im Januar 2023 eingereicht, wie aus dem Geschäftsbericht des Sunrise-Mutterkonzerns Liberty Global hervorgeht.
Der grösste Schweizer Telco habe eine Verletzung des Vertrags über die Mitbenutzung des Mobilfunknetzes geltend gemacht. Diesen hatte der damalige Kabelnetzbetreiber UPC, der mittlerweile zu Sunrise gehört, im Dezember 2017 mit Swisscom abgeschlossen. UPC hatte Anfang Januar öffentlich bekannt gegeben, sein Mobilfunkangebot von Salt zu Swisscom zu zügeln.
Mit der Übernahme von Sunrise durch den UPC-Besitzer Liberty Global begann ab Mitte 2021 dann aber die Migration der UPC-Mobilfunkkunden auf das Handynetz von Sunrise. Swisscom schaute in die Röhre.

Liberty Global zeigt sich unbesorgt

Das Verfahren wird vor dem Handelsgericht Bern ausgetragen und sei noch hängig, sagte eine Gerichtssprecherin auf Anfrage der Nachrichtenagentur 'AWP'. Weder Swisscom noch Sunrise wollten dazu Angaben machen, weil das Verfahren noch laufe, wie Sprecher beider Unternehmen erklärten.
Der Sunrise-Mutterkonzern zeigt sich indes nicht besorgt: Man habe keine Rückstellungen gebildet, da ein Verlust zum jetzigen Zeitpunkt als nicht wahrscheinlich erachtet werde, schrieb Liberty. "Wir sind der Ansicht, dass die Behauptungen in dieser Klage unbegründet und/oder übertrieben sind." Man beabsichtige, sich in dieser Angelegenheit energisch zu verteidigen.

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