Der Angriff auf die Ukraine durch das russische Militär wird, wie man dies schon im Vorfeld vermutet hatte, auch von einer Cyberoffensive begleitet. Ziemlich genau gleichzeitig mit dem Beginn des Angriffs meldeten die Security-Unternehmen Symantec und Eset, dass sie auf ukrainischen Computern eine neue Malware gefunden haben. Es handelt sich um einen sogenannten Wiper, der darauf programmiert ist, Daten auf einem Computer zu löschen, darunter auch bestimmte Systemdateien, sodass er anschliessend nicht mehr gestartet werden kann.
Gegenüber 'Bleepingcomputer' erklärte ein Symantec-Vertreter, man habe den neuen Wiper nicht nur in der Ukraine, sondern auch in Litauen und Lettland entdeckt. Zu den Angriffszielen hätten unter anderem Finanzinstitute und Dienstleister von Behörden gezählt.
Symantec hat auf Twitter den Hashwert des Wipers veröffentlicht, der bisher erst von wenigen Anti-Malware-Programmen erkannt wird. Sowohl
Symantec als auch
Eset berichten auf Twitter laufend über neue Erkenntnisse. Weitere Informationen kann man mit den Hashtags #Wiper und #Ukraine finden.
Zu den Angriffszielen gehören laut Medienberichten das Aussen-, das Innen- und das Verteidigungsministerium sowie die beiden grössten staatlichen Banken Privatbank und Oschadbank.
Es ist anzunehmen, dass dies nicht die einzigen Cyberattacken sind, die gegenwärtig im Gange sind, aber natürlich konzentriert sich die Berichterstattung von ukrainischen Medien auf die militärischen Geschehnisse und das sich abspielende menschliche Drama.