US-Gericht beschäftigt sich mit der Urheber­rechts­frage bei Copilot

12. Mai 2023 um 12:01
image
Wie lassen sich generative KI-Tools mit dem Urheberrecht vereinen? Foto: Bing Image Creator

Eine Klage von Softwareentwicklern stellt die Rechtmässigkeit von Githubs Code-KI in Frage. Das Ergebnis könnte grosse Auswirkungen auf generative KI-Modelle insgesamt haben.

Ob Text, Bilder oder Softwarecode: Die grossen generativen KI-Modelle greifen auf eine Fülle von Quellen zu und nutzen diese, um "Neues" zu erstellen. Die Frage, ob das OK ist, beschäftigt auch die Gerichte. Eine Klage vom November wirft Github, Microsoft und OpenAI unter anderem vor, gegen Urheberrechts-, Vertrags-, Datenschutz- und Geschäftsgesetze zu verstossen.
Die Klage richtet sich gegen das KI-Modell Codex respektive das Tool Copilot, das unter anderem Code vorschlagen oder vervollständigen kann.
Die Beklagten haben von einem Gericht in Nordkalifornien gefordert, die Klage abzuweisen. Dies ist jetzt aber nur teilweise geschehen. Zwei gewichtige Vorwürfe gegen Github, Microsoft und OpenAI sind von dem Richter nicht abgewiesen worden.
Andere Klagepunkte, wie zum Beispiel Betrug, unlauterer Wettbewerb oder die Verletzung des Digital Millennium Copyright Acts (falsche Urheberrechtsinformationen) hat der Richter nicht zugelassen. Die Kläger können sie aber mit mehr Klarheit über den angeblichen Schaden einreichen, fasst 'The Register' zusammen.
Die Beklagten argumentieren in Bezug auf die Behauptung, Codex und Copilot verletzte Eigentumsrechte, dass die Kläger keinen spezifischen Code identifizieren, der reproduziert worden sei. Der Richter befand allerdings, dass man durchaus folgern könne, dass reproduzierter Code gewisse Lizenzen verletze – unter der Annahme, dass die Fakten der Klage wahr seien.
Matthew Butterick, ein am Fall beteiligter Anwalt und Entwickler, bestätigt 'The Register', dass das Gericht die zwei Hauptvorwürfe – Verletzung der Lizenz und die Entfernung von Urheberrechtsinformationen – nicht abgewiesen hat. Wie das Onlinemagazin schreibt, äusserte er sich optimistisch über die Aussichten des Falles.
OpenAI habe sich auf Anfrage bislang nicht geäussert. In einem Statement von Github heisst es: "Wir glauben fest daran, dass KI die Art und Weise, wie die Welt Software entwickelt, verändern wird, was zu höherer Produktivität und vor allem zu glücklicheren Entwicklern führen wird."
Die Klage stellt die Rechtmässigkeit von Copilot in Frage, könnte aber auch umfassende Folgen für die Entwickler generativer KI-Tools insgesamt haben. Denn Unternehmen verdienen potenziell ein Vermögen mit ihren Tools, nutzen für das Training ihrer Modelle aber urheberrechtlich geschützte Daten.

Loading

Mehr zum Thema

image

Lenovos Serafino über KI und die neue Rolle der Partner

Stefania Serafino von Lenovo Schweiz erklärt, wie sich das Geschäft der Channel-Partner verändert und welche Chancen KI und Services eröffnen.

publiziert am 12.10.2026
image

Zürcher Startup Klarent sammelt 8 Millionen

Mit dem gewonnenen Startkapital will Klarent sein Team und seine Plattform für autonome Qualitätssicherung weiter ausbauen und bis in die USA expandieren.

publiziert am 12.10.2026
image

KI kennt nur wenige Schweizer KMUs

Regionale Schweizer Bäckereien, Coiffeursalons, Garagen und Zahnärzte werden von globalen KI-Assistenten erst selten genannt. Sie bevorzugen Ketten und Marken.

publiziert am 12.10.2026
imageAbo

Kanton Zürich kann bei Gever-Software sparen

Das Geschäftsverwaltungssystem von CM Informatik soll in allen Verwaltungseinheiten zum Einsatz kommen. Dafür wird ein kostengünstiger kantonsweiter Vertrag abgeschlossen.

publiziert am 12.10.2026