USA neutralisieren russische Spionage-Software "Snake"

10. Mai 2023 um 13:56
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US-Justizminister Merrick Garland. Screenshot: DoJ / Youtube

Laut US-Justizministerium ist es gelungen, die Malware "Snake" zu deaktivieren. Die russische Einheit Turla, welche die Malware benutzt hat, wird auch für den Ruag-Hack verantwortlich gemacht.

Das US-Justizministerium hat nach eigenen Angaben eine russische Cyberspionage-Operation zerschlagen, mit der über Jahre hinweg sensible Daten von Computern in den USA und anderen Staaten gestohlen wurden. Die Hacker benutzten dafür verschiedene Versionen des berüchtigten "Snake"-Schadprogramms.
Diese schreiben die Ermittler einer Turla genannten Einheit des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB zu. Über einen Zeitraum von 20 Jahren seien Hunderte Computersysteme in mindestens 50 Ländern angegriffen worden, hiess es in einer Mitteilung des Ministeriums. Turla wird in der Schweiz auch für den Hack der Ruag ab 2014 verantwortlich gemacht.
In Zusammenarbeit mit mehreren ausländischen Regierungen sei es der US-Bundespolizei FBI und der US-Staatsanwaltschaft in einer Gegenoperation mit dem Codenamen "Medusa" gelungen, die in Computer-Netzwerke eingeschleuste Software zu neutralisieren. Dazu sei ein vom FBI entwickeltes Programm ("Perseus") eingesetzt worden. Dieses habe die Snake-Schadsoftware veranlasst, sich selbst zu überschreiben und somit zu deaktivieren.
"20 Jahre lang hat sich der FSB auf die Snake-Schadsoftware verlassen, um Cyberspionage gegen die USA und unsere Verbündeten zu betreiben – damit ist heute Schluss", sagte der stellvertretende Generalstaatsanwalt Matthew Olsen, Leiter der Abteilung für Nationale Sicherheit im Justizministerium. "Wir werden weiter unsere kollektive Verteidigung gegen die destabilisierenden Bemühungen des russischen Regimes verstärken, die Sicherheit der USA und unserer Verbündeten zu untergraben", erklärte Justizminister Merrick Garland.
US-Behörden ermittelten bereits seit fast 20 Jahren gegen die Snake-Software und verwandte Programme, hiess es in der Mitteilung weiter. Die US-Regierung habe FSB-Offiziere der Einheit Turla in Russland beobachtet. Die Einheit habe das Schadprogramm immer wieder erneuert und überarbeitet, um sicherzustellen, dass es ihre ausgefeilteste Hacker-Software bleibe. Für die Opfer der Angriffe ausserhalb der USA arbeite das FBI mit den örtlichen Behörden zusammen, um sie über Snake-Infektionen in ihren Ländern zu informieren.

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