"Verständnis für Einfluss des Cyberraums auf Gesellschaft fehlt"

22. Februar 2024 um 12:20
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Foto: SCSD

Die Swiss Cyber Security Days verzeichneten über 2200 Besucherinnen und Besucher. Einig war man sich, dass Cybersicherheit eine gemeinschaftliche Aufgabe ist.

Die fünfte Ausgabe der Swiss Cyber Security Days (SCSD) fand erstmals in Bern statt. In einer Mitteilung bezeichnen die Organisatoren den Anlass als "geglückte Premiere". Über 2200 Besucherinnen und Besucher fanden sich für die Messe und Konferenz ein und konnten über 100 Vorträge hören.
"Es ist unsere Pflicht, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren und diesem Thema zu mehr Sichtbarkeit zu verhelfen", sagte Programmdirektor Nicolas Mayencourt in der Mitteilung. Es fehle global an Verständnis, welchen Einfluss der Cyberraum auf unsere Gesellschaft habe. Die SCSD würden sich deshalb als Brückenbauer verstehen, um dem Thema zu mehr Beachtung zu verhelfen.
"Shaping Cyber Resilience" war das diesjährige Motto, und so wurde in den Keynotes immer wieder betont, dass alle zur Stärkung der Resilienz einen Beitrag leisten müssen – Politik, Bildung, Forschung, Wirtschaft, die öffentliche Hand und die Zivilgesellschaft. "Bitte investieren Sie weiterhin in diese Partnerschaften", sagte etwa Robert Bohls vom FBI.
An den SCSD wurde unter anderem die jährliche Ausgabe des State of Swiss Cyberspace präsentiert. Dabei handelt es sich um einen wissenschaftlichen Scan des Schweizer Cyberspace, dieser umfasst alle ans öffentliche Internet angeschlossenen ICT-Infrastrukturen. Über 2,5 Millionen potenzielle Schwachstellen wurden dabei identifiziert. Die Untersuchung von Dreamlab entdeckte auch diverse Lücken bei admin.ch-Internetseiten. Diese seien meist auf veraltete Versionen von Softwareprodukten zurückzuführen.
Erstmals vergeben wurde der "AI Safety Prize", für den rund 30 Projekte eingereicht worden waren. Das Siegerprojekt stammt von Benjamin Zimmerman (Ohio State University) und David Zollikofer (ETH Zürich & Innovista Management). Sie setzen KI ein, um Würmer zu kreieren, die via E-Mail verbreitet werden. Das Programm soll aber nicht dem Missbrauch dienen, sondern Security-Experten dereinst helfen, solche Angriffe abzublocken.
Interessensbindung: Inside IT ist Medienpartner der Swiss Cyber Security Days.
(Mit Material von Keystone-sda)

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