Viel Unzufriedenheit bei KIS-Anwendern

20. Mai 2025 um 09:20
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Empfang auf einer Notfallstation. Bild: Nicolas Zonvi / PD USZ

Eine Umfrage unter Schweizer Spitalärzten zeigt, wie KIS-Systeme in der Praxis wahrgenommen werden. Entscheidend ist nicht nur das System, sondern auch die Implementierung.

Ein Team der Universität Bern und der Berner Fachhochschule hat in einer Umfrage bei knapp 2000 Ärztinnen und Ärzten Meinungen zu Klinikinformationssystemen (KIS) eingeholt. Dabei ging es etwa um die Nutzerfreundlichkeit, die Ladezeit der Systeme oder um die Frage, ob ein KIS dabei helfen kann, Fehler zu vermeiden. Beurteilt wurden unter anderem die Systeme Phoenix, KISIM und Epic.
Ganz grundsätzlich zeigt sich, dass die Unzufriedenheit mit den Systemen gross ist. Die Hälfte der Befragten erachtet ihr KIS als ineffizient. Und bei der Bewertung der Nützlichkeit erhielten die Systeme im Schnitt nur 52% des maximal möglichen Wertes.
"Insgesamt widersprach eine grosse Anzahl von Ärzten der Vorstellung, dass ihr Praxisinformationssystem eine sichere und effiziente Patientenversorgung unterstützt", fassen die Autoren ihre Ergebnisse zusammen. Hinter den Ergebnissen steckt ein Team unter der Leitung von David Schwappach. Er ist ehemaliger Direktor der Stiftung Patientensicherheit und forscht heute am Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern.
Das System KISIM von Cistec schneidet in der SURE-Bewertung (System Usability and Risk Evaluation) am besten ab. Eingeflossen sind dazu unter anderem die Ladezeiten, falsche Alerts, Fehlerschutz bei Dateneingaben oder der Austausch mit Kollegen.
Phoenix, das beispielsweise am Kispi Zürich eingesetzt wird, holte gute Werte in der Usability. Klagen gibt es aber wegen der Effizienz und unnötiger Alarme.
Epic erhielt insgesamt die tiefsten Werte – so bei Fragen zu Ladezeiten, nutzlosen Alerts, zum Fehlerschutz bei Dateneingaben oder zur internen Zusammenarbeit.

Wichtig: die Implementierung

Die Studienautoren wollen aus dem SURE Score aber keine grundsätzliche Beurteilung der Systeme ableiten: Bei der Frage, wie die Ärztinnen und Ärzte ihr KIS beurteilen, spiele die Implementierung in den einzelnen Spitälern eine entscheidende Rolle, heisst es im Text. So unterscheide sich nur schon die Anzahl der Mausklicks, die für ein und dieselbe Aufgabe benötigt wird, beim gleichen System zwischen verschiedenen Spitälern.
Die grosse Varianz der Usability-Bewertungen in den diversen Spitalstandorten unterstreiche die Rolle der Spital-IT-Abteilung bei der Anpassung der KIS an die eigenen Bedürfnisse, heisst es weiter. Die Verantwortung könne nicht einfach und allein auf die Produkthersteller abgewälzt werden.
Dieser Text basiert auf zwei Artikeln, die zuerst bei bei 'Medinside' erschienen sind.

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