Vorstoss in Zürich fordert Ende der Hermes-Pflicht

17. Juli 2024 um 09:35
image
Foto: Startae Team / Unsplah

Für IT-Projekte in der Stadt Zürich ist die Projektmanagement-Methode Hermes Pflicht. Ein Postulat möchte dies ändern.

In der Stadt Zürich ist es Pflicht IT-Projekte nach dem Projekt­management­standard Hermes durchzuführen. Entsprechend müssen Anbieter bei Ausschreibungen darauf hingewiesen werden, dass die Methode verbindlich ist. Dies soll sich ändern, geht es nach dem Willen der Gemeinderäte Barbara Wiesmann (SP) und Flurin Capaul (FDP). Sie fordern den Stadtrat auf, zu prüfen, ob bei Softwareprojekten auf die Methode Hermes verzichtet werden könnte.
Für erfolgreiche Digitalprojekte sei die Projektmethodik von entscheidender Bedeutung, heisst es im Vorstoss. Projekte könnten heute mit agilen Methoden erfolgreich abgewickelt werden. Mit der Hermes-Verpflichtung würden die Anzahl der möglichen Anbieter bei einer Ausschreibung aber eingegrenzt, ohne dass dies einen Mehrwert biete. Mit einem Verzicht könnte die Auswahl von Angeboten vergrössert werden, glauben die Initianten.

Hermes-Methode ist weit verbreitet

Für IT-Projekte auf Bundesebene besteht ebenfalls eine Hermes-Pflicht. Die Methode wird aber auch bei Kantonen und in der Privatwirtschaft eingesetzt. Da auch der Kanton Zürich Hermes einsetze, erleichtere das die Zusammen­arbeit, so der Stadtrat auf eine schriftliche Anfrage von Capaul und Wiesmann, die dem Vorstoss vorangegangen ist. Man könne so auch von gegenseitigen Erfahrungen profitieren.
Hermes diene als übergeordnete Methode, um ein Gesamtprojekt zu leiten. Dies schliesse agiles Vorgehen aber nicht aus. Die Phasen für Initialisierung und Abschluss seien zwar klassisch, so der Stadtrat. Dazwischen, sprich während der Umsetzung respektive Lösungsentstehung, könne auch agil mit Scrum, Kanban oder ähnlichem gearbeitet werden.
Entsprechend würden auch die städtischen IT-Fachleute weitergebildet. Die Organisation und Informatik (OIZ) will alle Mitarbeitenden bis Ende 2024 in der Anwendung von agilen Methoden geschult haben, hiess es vom Stadtrat weiter. Auch in den städtischen Schulungen für Hermes 2022 sowie den allgemeinen Projektmanagement-Ausbildungen werde auf agile Methoden eingegangen. Mit dieser Eingliederung werde den aktuellen Trends Rechnung getragen, schliesst der Stadtrat.

Loading

Mehr zum Thema

imageAbo

Schweizerisches Nationalmuseum gibt Einblick in Digitalprojekte

Das Nationalmuseum hat einen neuen Leiter für Digitale Transformation ernannt. Die Institution erläutert den Stand ihrer Digitalisierung.

publiziert am 12.6.2026
image

Millionen für neues IT-Meldesystem des BAG

Der Bundesrat hat 45,3 Millionen Franken für eine neue digitale Plattform zur Überwachung und Bekämpfung übertragbarer Krankheiten freigegeben. Das System soll 2034 fertig sein.

publiziert am 12.6.2026
imageAbo

Solothurn erneuert IT-System für Gefängnisse

Cancom liefert eine neue Lösung für die Verwaltung der Gesundheitsdaten in den kantonalen Gefängnissen. Das bisherige System von CGM wird abgelöst.

publiziert am 12.6.2026
imageAbo

GPK kritisiert externen Personalbedarf von IT-Basel-Stadt

Die Kommission des Basler Parlaments empfiehlt, die externen Dienstleistungen zu überprüfen. Die Abhängigkeit im operativen Betrieb sei hoch.

publiziert am 11.6.2026