WEF: Cyberbedrohungen verschärfen sich zunehmend

11. Januar 2023, 16:21
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Blick auf das WEF-Kongresszentrum in Davos. Foto: Altrendo Images / Shutterstock

Das Risiko von Cyberattacken ist auf der WEF-Rangliste der weltweit grössten Bedrohungen in den Top 10. Auch neue Technologien wie Künstliche Intelligenz bergen einige Gefahren.

So viele globale Risiken wie heute hat die Welt nach einer Umfrage des Weltwirtschaftsforums (WEF) seit Jahrzehnten nicht erlebt. Das WEF hat wie jedes Jahr mehr als 1200 Experten sowie Führungspersönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft gebeten, die aus ihrer Sicht grössten Risiken in eine Rangliste einzuordnen.
In seinem nun veröffentlichten Global Risks Reports 2023 nannte das WEF beispielsweise die Inflation, Handelskriege, soziale Unruhen, geowirtschaftliche Konfrontationen und die Gefahr eines Atomkriegs als potenzielle Risikofaktoren. Auch die Entwicklung potenziell gefährlicher Technologien sowie Cybergefahren gehören dazu.

Cyberangriffen sind höchst bedrohlich

Die Befragten halten das Risiko von Cyberattacken sowohl kurz- als auch langfristig für hoch (Platz 8). Geopolitische und wirtschaftliche Unsicherheit auf der ganzen Welt verschärfen die Cyberbedrohungen und erhöhen das Risiko für Unternehmen.
"Während sich die Sensibilisierung und Vorbereitung auf Cybersicherheit verbessert haben, müssen Unternehmen immer noch ihre Widerstandsfähigkeit verstärken", lässt sich Akshay Joshi, Leiter Industrie und Partnerschaften im Zentrum für Cybersicherheit WEF, zitieren. "Firmen sollten etwa ihre Cyberkomptenzen sowie Kommunikation und ihren Informationsaustausch verbessern."
Der derzeitige Schwerpunkt auf Geopolitik und Drittparteirisiken würde einen Ansatzpunkt für eine breitere Diskussion über Cyberrisiken bieten. Die Situation verbessere sich zwar. Doch seien die meisten Organisationen und Unternehmen noch nicht ganz für ein grössers Cybererignis gerüstet, wird ausgeführt.

Neue Technologien bergen Risiken

"Zusammen sorgen diese Risiken für ein einmaliges, unsicheres und turbulentes Jahrzehnt", heisst es in der Medienmitteilung des Berichts. Fortschritte bei der Anwendung Künstlicher Intelligenz und bei Hochleistungsrechnern könnten helfen, einige Risiken, etwa im Gesundheitsbereich, zu mindern. Aber für viele Entwicklungen gebe es keinen rechtlichen Rahmen über die Anwendung. So könnten sie selbst zu Risiken werden, etwa bei militärischen Einsätzen. In allen Volkswirtschaften würden die eingangs erwähnten Technologien Gefahren mit sich bringen: von zunehmenden Fehlinformationen und Desinformationen bis hin zu einem unkontrollierbar schnellen Wechsel von Arbeitsplätzen – sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber.
Der Report erwähnt das nicht, aber ein Beispiel wären so genannte Killerroboter: Maschinen, die einmal programmiert, mit Künstlicher Intelligenz und ohne menschliches Zutun Kriegsziele auswählen und beschiessen. Seit Jahren verhindern Länder wie die USA, Russland und andere, die an solchen Entwicklungen arbeiten, internationale Richtlinien für den Einsatz solcher Technologien.

Vorschriften selbst in die Hand nehmen

Da die Länder aufgrund der Wirtschafts- und auch Klimakrise im Jahr 2023 stärker zusammenarbeiten müssten, müssen sie gleichzeitig auch den Datenfluss über Grenzen hinweg ermöglichen, heisst es vom WEF. Dies erfordere unter anderem die Stärkung öffentlicher und privater Institutionen gegen Cyberangriffe zum Schutz der Privatsphäre. "Anstatt einfach darauf zu warten, dass die Aufsichtsbehörden die Leitplanken festlegen, müssen Unternehmen über die Einhaltung von Vorschriften hinausgehen und verantwortungsbewusste und menschenzentrierte Technologieprinzipien verankern, um wettbewerbsfähig zu bleiben, Störungen standzuhalten und Widerstandsfähigkeit aufzubauen", sagt Sebastian Buckup, Leiter Netzwerke und Partnerschaften der WEF-Plattform C4IR.

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