Wie viel weiss die Schweiz über KI, Blockchain und Quantencomputing?

21. Januar 2026 um 13:54
image
Foto: Katja Anokhina / Unsplash

Die meisten glauben, dass sie KI recht gut verstehen, mit Blockchain und Quantencomputing fühlen sich nur wenige vertraut.

Eine Studie der Hochschule Luzern hat sich erstmals damit beschäftigt, wie vertraut sich die Schweizer Bevölkerung mit den drei als Schlüsseltechnologien eingestuften Gebieten Künstliche Intelligenz, Blockchain und Quantencomputing fühlt. KI, die heutzutage bereits eine Schlüsselrolle im Alltag einer Mehrheit der Menschen spielt, schwingt dabei wenig überraschend mit Abstand obenaus. Mehr als die Hälfte der Befragten (57%) gab an, diese Technologie gut oder sogar sehr gut zu verstehen, ein Drittel habe ein Grundverständnis. Die Frage, ob diese Selbsteinschätzungen auch stimmen, wird in der Studie nicht behandelt.
Ganz anders die Lage beim Quantencomputing und der Blockchain: 53% haben noch nie von Quantencomputing gehört, 40% kennen nicht einmal den Begriff Blockchain. Auch wenn es um beide Technologien in der Hightech-Szene einen grossen Hype gibt, oder beziehungsweise im Falle der Blockchain eher gab, spielen sie im Alltagsleben kaum eine Rolle. Die theoretisch gewaltigen Fähigkeiten sind immer noch das: Theorie. Im Falle der Blockchain kennt eine grosse Mehrheit die meistverbreitete Anwendung, Bitcoin, viele wissen aber nicht, dass Blockchain die Basistechnologie der Kryptowährung ist.

image
Quelle: HSLU

Regulierung mehrheitlich erwünscht

In der Studie wurde sich auch nach der Haltung der Befragten zu einer Technologie und ihren Erwartungen an die Politik erkundigt, insbesondere bezüglich Regulierung. Letzteres zeitigte laut den Studienautoren ein klares Ergebnis: "Die Bevölkerung wünscht eine aktive Rolle des Staates: Dieser soll Innovationen fördern, Risiken begrenzen und die Bevölkerung schützen", sagt Philipp Bachmann von der Hochschule Luzern. Besonders oft würden Schutz- und Vorsorgemassnahmen bezüglich KI und Blockchain gefordert. Beim Quantencomputing stehe eher die Förderung von Innovation und Wettbewerbsfähigkeit im Vordergrund. Möglichst wenig politische Regulierung der Zukunftstechnologien finde dagegen grundsätzlich wenig Zustimmung.
Wie viel die Leute über eine Technologie wissen, beeinflusst laut Philipp Bachmann deren Akzeptanz: "Mehr Wissen über die jeweiligen Technologien geht mit mehr Zustimmung und geringerer Bedrohungswahrnehmung einher, ohne diese ganz verschwinden zu lassen", findet er.
Die in der Mitteilung zur Studie resümierten Haltungen zu den einzelnen Technologien scheinen diese Theorie aber nicht durchgehend zu stützen. Der ziemlich gut bekannten Kryptowährung Bitcoin wird demnach von den Befragten wenig Begeisterung und gleichzeitig ausgeprägte Skepsis entgegengebracht. "Bitcoin steht im Zusammenhang mit internationaler Kriminalität und Geldwäsche immer wieder in den Schlagzeilen. Entsprechend fällt die Bewertung von Bitcoin bei den Befragten negativ aus", so Bachmann.
Das nur wenig bekannte Quantencomputing löse dagegen hohe Begeisterung aus und werde nur als geringe Bedrohung wahrgenommen. Künstliche Intelligenz und Blockchain würden dazwischen liegen. Sie würden Interesse erwecken, aber auch Sorgen hervorrufen, besonders bei Personen mit geringem Wissen zum Thema.
Für die Studie befragte das Marktforschungsunternehmen Demoscope im Juni und Juli 2025 1'244 Personen in der West- und Deutschschweiz. Sie kann auf der Website der HSLU heruntergeladen werden.

Loading

Kommentare

Anmeldung wird geprüft …

Mehr zum Thema

image

Wie KI das Consulting-Geschäft verändert

Das Flagship Event des Consulting Network Switzerland widmet sich im November Fragen rund um KI in der Beratung. Vorgestellt werden auch die Resultate der neuen Studie.

publiziert am 21.10.2026
image

Postfinance braucht Zustimmung für Stimmabdrücke

Postfinance ist mit einer Beschwerde vor dem Bundesverwaltungsgericht gescheitert. Für Stimmabdrücke von Kundinnen und Kunden benötigt das Unternehmen die Zustimmung.

publiziert am 21.10.2026
imageAbo

Zürich plant Phishing-Tests für 13'000 Angestellte

Das Amt für Informatik des Kantons Zürich will über 13'000 Verwaltungsangestellte mit Phishing-Simulationen für den Ernstfall sensibilisieren. Dafür soll eine Software angeschafft werden.

publiziert am 21.10.2026
image

Zeitersparnis durch KI in der Softwareentwicklung sinkt

Die Softwareentwicklung wandelt sich durch den Einsatz von KI. Programmiererinnen und Programmierer werden allerdings nicht automatisch schneller, so eine Studie.

publiziert am 21.10.2026