Die automatische Gesichtserkennung mit Künstlicher Intelligenz und Computersoftware ist umstritten. So hat kürzlich beispielsweise die Stadt St.Gallen entschieden, keine entsprechende Software dafür mehr einzusetzen. Es sei nicht sicher, ob die Rechtsgrundlagen dafür ausreichen, hiess es
im Herbst des vergangenen Jahres.
Einen anderen Weg geht nun die Stadtpolizei Winterthur. Sie setzt auf einen "Super-Recognizer", wie der '
Landbote' (Paywall) berichtet. Das sind Menschen, die sich Gesichter überdurchschnittlich gut merken können. Ungefähr 1% bis 2% der Weltbevölkerung sollen über diese Fähigkeit verfügen, heisst es im Bericht.
Wie Gesichtserkennungssoftware, nur langsamer
Seit diesem Jahr beschäftigt die Stapo Winti eine Person mit den entsprechenden Fähigkeiten. Fahndungschef Lorenz Wyss sagte gegenüber der Zeitung, dass mit dem Einsatz von Super-Recognizern eine Steigerung der Tätererkennungen erzielt werden könne. Allgemein könnten diese "in polizeilichen Ermittlungsverfahren helfen, in welchen Täterbilder vorhanden sind". Eine Gesichtserkennungssoftware komme in Winterthur nicht zum Einsatz.
Bei der Arbeit vom Winterthurer "Super-Recognizer" gehe es vor allem um die Erkennung von unbekannten Tätern und die Zusammenführung von Seriendelikten, so Wyss. Also eigentlich genau dieselben Aufgaben, die auch eine Gesichtserkennungssoftware übernimmt, nur halt nicht automatisiert und schnell, sondern menschlich und langsam.