Winterthurer Stapo setzt auf menschliche statt künstliche Intelligenz

5. Januar 2023 um 15:46
image
Szene am Winterthurer Hauptbahnhof. Foto: Jan Huber / Unsplash

Als erstes Schweizer Polizeikorps setzt die Stadtpolizei auf einen "Super-Recognizer", der für die Gesichtserkennung eingesetzt wird.

Die automatische Gesichtserkennung mit Künstlicher Intelligenz und Computersoftware ist umstritten. So hat kürzlich beispielsweise die Stadt St.Gallen entschieden, keine entsprechende Software dafür mehr einzusetzen. Es sei nicht sicher, ob die Rechtsgrundlagen dafür ausreichen, hiess es im Herbst des vergangenen Jahres.
Einen anderen Weg geht nun die Stadtpolizei Winterthur. Sie setzt auf einen "Super-Recognizer", wie der 'Landbote' (Paywall) berichtet. Das sind Menschen, die sich Gesichter überdurchschnittlich gut merken können. Ungefähr 1% bis 2% der Weltbevölkerung sollen über diese Fähigkeit verfügen, heisst es im Bericht.

Wie Gesichtserkennungssoftware, nur langsamer

Seit diesem Jahr beschäftigt die Stapo Winti eine Person mit den entsprechenden Fähigkeiten. Fahndungschef Lorenz Wyss sagte gegenüber der Zeitung, dass mit dem Einsatz von Super-Recognizern eine Steigerung der Tätererkennungen erzielt werden könne. Allgemein könnten diese "in polizeilichen Ermittlungsverfahren helfen, in welchen Täterbilder vorhanden sind". Eine Gesichtserkennungssoftware komme in Winterthur nicht zum Einsatz.
Bei der Arbeit vom Winterthurer "Super-Recognizer" gehe es vor allem um die Erkennung von unbekannten Tätern und die Zusammenführung von Seriendelikten, so Wyss. Also eigentlich genau dieselben Aufgaben, die auch eine Gesichtserkennungssoftware übernimmt, nur halt nicht automatisiert und schnell, sondern menschlich und langsam.

Loading

Mehr zum Thema

image

Schweiz-Chef der DSAG wird stellvertretender Vorsitzender

Die Wahl eines neuen Vorsitzenden führt zu einigen Personalrochaden.

publiziert am 9.10.2026
image

Ex-EPFL-Präsident wird Partner bei B2venture

Martin Vetterli soll die Venture-Capital-Gesellschaft vor allem bei Investitionen im Bereich Deep-Tech unterstützen.

publiziert am 8.10.2026
image

Hohe Nachfrage nach KI-Know-how in der Schweiz

Der Stellenmarkt für KI-Expertinnen und -Experten wächst markant. In der Schweiz waren zuletzt rund 5000 Jobs ausgeschrieben, allerdings meist Senior-Positionen.

publiziert am 8.10.2026
image

Abraxas befördert Ruedi Häni zum CFO

Häni folgt im Frühling 2027 auf Rolf Lichtin, der dann in Pension geht.

publiziert am 6.10.2026