Wo sich der Grossteil der Cybercrime-Aktivitäten abspielt

12. April 2024 um 09:57
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Illustration: Erstellt durch inside-it.ch mit Midjourney

Eine Forschungsarbeit der Universität Oxford zeigt die globalen Cybercrime-Hotspots. Dies soll dem privaten wie öffentlichen Sektor helfen, Ressourcen gezielt einzusetzen.

Forschende der University of Oxford haben einen "Cybercrime Index" publiziert, der zeigt, aus welchen Ländern Cyberkriminelle hauptsächlich operieren. Demnach stellt eine relativ kleine Anzahl von Ländern die grösste Bedrohung durch finanziell motivierte Cyberkriminalität dar.
Wenig überraschend führt Russland die Liste an. Dahinter folgen die Ukraine, China, die USA und Nigeria. Zu den weiteren europäischen Ländern in den Top-10 gehören Rumänien (6) und das Vereinigte Königreich (8).

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Das Länder-Ranking gemäss dem "World Cybercrime Index". Grafik: Pippa Havenhand / University of Oxford.
Für den Index wurden verschiedene Formen von Cyberkriminalität untersucht. Dazu gehören DDoS- und Ransomware-Angriffe, Scams, die Entwicklung von Malware und anderen Tools für Angriffe, und Daten- und Identitätsdiebstahl sowie Geldwäscherei. Es zeige sich, dass sich Kriminelle in den verschiedenen Hotspots oft auf bestimmte Formen der Cyberkriminalität spezialisieren, heisst es in einer Mitteilung zur Studie.

Wie entstehen Hotspots?

Mit seinen Resultaten könne der Index Regierungen und Organisationen dabei helfen, ihre Ressourcen und Massnahmen gezielter einzusetzen, um effektiver gegen Cyberkriminalität vorzugehen. Beispielsweise komme Identitätsdiebstahl in den USA besonders häufig vor. Bei Angriffen und Erpressung hingegen stehe der Iran ganz oben.
In der nächsten Phase der Forschung gehe es darum, herauszufinden, warum einige Länder Brennpunkte der Internetkriminalität sind und andere nicht, so Mitautorin Miranda Bruce. "Es gibt bereits Theorien darüber, warum einige Länder zu Zentren der Cyberkriminalität geworden sind – zum Beispiel, dass technisch qualifizierte Arbeitskräfte mit wenigen Beschäftigungsmöglichkeiten sich illegalen Aktivitäten zuwenden, um über die Runden zu kommen." Dies wolle man nun anhand des globalen Datensatzes überprüfen.
Der World Cybercrime Index wurde in einer Partnerschaft zwischen der Universität Oxford und der University of New South Wales (UNSW) entwickelt und vom EU-Projekt Crimgov mitfinanziert. Die Studie wurde im Journal 'Plos One' publiziert.


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