Der Kanton Zürich sucht im Rahmen des Projekts "Aurora" eine Standardlösung für das Dokumenten-Management (DMS) im Bereich Personalmanagement. Gemäss einer Ausschreibung vom August ist ein DMS als SaaS-Lösung sowie Wartung und Support gefordert. Ende Oktober hat der Kanton die Ausschreibung aber abgebrochen. Begründet wurde der Schritt damit, dass "kein Angebot die technischen Spezifikationen oder die weiteren Anforderungen erfüllt" habe.
Auf Anfrage schreibt uns die zuständige Finanzdirektion, dass 6 Angebote eingegangen seien. Aber die Dienstleister hätten mit ihren Lösungen nicht vollständig überzeugen können, die Erfüllung des Auftrags sei nur teilweise möglich gewesen. Es sei kein plausibler Weg aufgezeigt worden, wie die bestehenden Datenmengen migriert werden können. Zudem seien weitere spezifische Eignungskriterien nicht erfüllt worden und Aufwandplanungen hätten gefehlt.
Der Kanton forderte eine Lösung, die sich bereits produktiv und stabil im Einsatz befindet. Diese Anforderung sei zentral, so die Finanzdirektion zu inside-it.ch. Denn die Lösung soll für rund 70'000 Mitarbeitende zum Einsatz kommen.
Konkret abgelöst werden soll das bestehende Human-Capital-Management-System (HCM) basierend auf SAP, eine SAP-Individualentwicklung für die Dokumentengenerierung sowie verschiedene Lösungen für das Scanning und die Ablage von Dokumenten.
Freihändige Vergabe geplant
Mit der neuen Lösung sollen Prozesse vereinheitlicht werden. Im Zuge des Projekts Aurora werde auch eine User Adoption Platform (UAP) eingeführt. Mit dieser sollen die Mitarbeitenden bei der Nutzung der Software unterstützt werden. Die Beschaffung der UAP werde noch öffentlich ausgeschrieben.
Der Kanton plant nun, den Auftrag freihändig zu vergeben. Dies an einen Anbieter, der die in der Ausschreibung festgelegten Kriterien und technischen Anforderungen erfülle und dem Gebot der Wirtschaftlichkeit nachkomme, so die Finanzdirektion.
Wie es aus dem Kanton weiter heisst, werden aufgrund des Abbruchs der Ausschreibung keine Mehrkosten oder Projektverzögerungen erwartet. Ziel sei, die bestehende Lösung bis Oktober 2025 vollständig zu ersetzen. Einzelne Teile der bestehenden Lösung müssten spätestens Ende 2024 abgelöst sein.