2019 veröffentlichte das Smart City Observatory erstmals seinen "Smart City Index". Die Einrichtung gehört zum International Institute for Management Development (IMD) mit Standorten in Lausanne und Singapur. "Eine weltweit anerkannte 'smarte' Stadt zu sein, ist heute entscheidend, um Investitionen und Talente anzulocken", erklärte das IMD damals
zur Lancierung des Index.Seit 2019 belegt Zürich in jeder Ausgabe den Spitzenplatz und kann ihn auch im aktuellen Index verteidigen. Insgesamt hat das IMD 141 Städte weltweit bewertet. Gefolgt wird Zürich in den Top 10 in dieser Reihenfolge von: Oslo, Canberra, Kopenhagen, Lausanne, London, Singapur, Helsinki, Genf und Stockholm. Wobei Lausanne im Vergleich zur letzten Ausgabe einen und Genf drei Plätze verloren hat.
Für die Erhebung des Index werden verschiedene Daten sowie Ergebnisse aus Bürgerbefragungen kombiniert. Diese sollen zeigen, in welchem Umfang Technologie von Städten genutzt wird, um Herausforderungen zu bewältigen und die Lebensqualität zu verbessern. Zürich wird vom IMD zusammen mit Oslo, Singapur, Peking, Seoul und Hongkong auch als "Super-Champion" bezeichnet: Städte, die sich seit der ersten Erhebung 2019 stetig verbessert haben.
Schweizer Städte punkten bei Infrastruktur und Technologie
Für den Bereich Infrastruktur erhält Zürich die höchstmögliche Bewertung (AAA), für Technologie eine hohe (A). Sehr gut bewertet werden hier unter anderem die Online-Möglichkeiten im ÖV, im Gesundheitssystem und im Umgang mit Behörden sowie die Wlan-Abdeckung. Etwas weniger gut schneiden etwa der IT-Unterricht an Schulen oder Online-Informationen zum Infrastruktur-Unterhalt durch die öffentliche Hand ab.
Lausanne erhält ebenso wie Genf die Bewertung AA für Infrastruktur und A für Technologie. Die verschiedenen Punkte der Technologie-Bereiche werden in beiden Städten ähnlich bewertet wie in Zürich.
Zürcher Stadtverwaltung sieht Strategie bestätigt
Bruno Lanvin, Präsident des Smart City Observatory, erklärte gegenüber
'Cities Today', dass die Stichproben in jeder Stadt repräsentativ sind. Zum Spitzenreiter sagte er, Zürich profitiere klar von den positiven Imagewerten einer Schweizer Stadt wie "Regierungsführung, Sicherheit und Lebensqualität". Ausserdem biete Zürich eine "hochkarätige Kombination in Bezug auf Beschäftigungsmöglichkeiten", sowohl in alteingesessenen Sektoren wie dem Finanzwesen als auch in der Innovationsszene. "Das macht sie zu einem globalen Talent-Magneten."
Ein Sprecher der Stadt Zürich zeigte sich gegenüber 'Cities Today' erfreut über die Rangierung: "Wie im Index-Bericht erwähnt, hat sich das allgemeine Verständnis einer Smart City in den letzten Jahren gewandelt, weg von einer rein technologieorientierten Definition hin zu einer, bei der Bürgerorientierung, Nachhaltigkeit und Integration eine viel grössere Rolle spielen." Die IMD-Bewertung anerkenne die Bemühungen der Stadtverwaltung für "eine offene, kollaborative und integrative Stadt, die sich auf die Bedürfnisse ihrer Einwohner konzentriert".
Der "Smart City Index 2023" kann auf der IMD-Website kostenlos als PDF heruntergeladen werden.