Zwei Anbieter dominieren die Kernbankensysteme

28. Oktober 2026 um 12:28
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Foto: Paris Bilal / Unsplash+

An Finnova und Avaloq gibt es fast keinen Weg vorbei, zeigt eine IFZ-Studie. Schweizer Retailbanken bevorzugen Stabilität.

Die "Studie zur Zukunft der Kernbankensysteme" hat zum zweiten Mal eine Umfrage unter Banken in der Schweiz und Liechtenstein durchgeführt. Die Autoren, Thomas Fischer und Urs Blattmann vom Institut für Finanzdienstleistungen Zug (IFZ) und der Hochschule Luzern (HSLU) sowie Mitarbeitende, wollen mit der Studie aufzeigen, wie Schweizer Retailbanken ihre aktuelle Systemlandschaft einschätzen und welche Entwicklungen sie bei Kernbankensystemen erwarten. Von 123 angeschriebenen IT-Führungskräften bei Banken nahmen 63 teil, zusätzlich wurden Interviews geführt.
Im Vergleich zu 2023 hat sich wenig verändert: "Finnova ist mit 63% das in der Stichprobe am häufigsten eingesetzte Kernbankensystem, gefolgt von Avaloq mit 22%." In der letzten Studie lag Finnova bei 67%, Avaloq bei 17%. Von den teilnehmenden Banken nutzen nur wenige andere Kernbankensysteme wie Temenos (3%) sowie Finstar und TCS Bancs (jeweils 2%).

Ein Duopol prägt den Markt

"Der Markt für Kernbankensysteme bei Schweizer Retailbanken wird nach wie vor von einem Duopol geprägt", heisst es in der Studie. Neue Anbieter hätten sich im Schweizer und Liechtensteiner Markt bisher nicht etablieren können, obwohl sie in der Diskussion um zukunftsfähige Architekturen regelmässig genannt würden. "Für die Banken bedeutet die hohe Marktkonzentration eine begrenzte Auswahl an realistischen Alternativen und eine entsprechend starke Abhängigkeit vom eigenen Anbieter", schreiben die Autoren. Gleichzeitig würden sich die Finanzinstitute zufrieden mit ihren Systemen zeigen: "Die Zufriedenheit ist stabil und solide, aber selten enthusiastisch." Es könne davon ausgegangen werden, "dass die Zufriedenheit der Banken in erster Linie eine Zustimmung zur hohen Stabilität und zur Zuverlässigkeit bedeutet".

Cloud ist Selbstverständlichkeit

Nur eine Minderheit nehme aber eine klar aktive und zeitnahe Weiterentwicklung der Kernbankensysteme bei der Frage nach Bedürfnissen wahr. "Dass die Schnittstellen 2023 wie 2026 unangefochten an der Spitze stehen, ist sowohl überraschend als auch ernüchternd: Obwohl das Bedürfnis erkannt wurde, ist es offensichtlich noch immer nicht abgedeckt", konstatieren die Autoren.
Während Cloud und Modularität vor drei Jahren noch ausdrücklich gefordert worden seien, seien diese inzwischen "stillschweigende Voraussetzung". Am zweitmeisten nach den Schnittstellen bei den Bedürfnissen genannt wurde in der aktuellen Umfrage KI. "Banken erachten es somit als eine der wichtigsten Anforderungen an ein Kernbankensystem der Zukunft", schreiben die Autoren. Zugleich seien die Finanzinstitute "sehr skeptisch bezüglich der Neuerungen der Anbieter von Kernbankensystemen in diesem Gebiet". Die Stärken der Systeme seien unverändert deren Stabilität, Verfügbarkeit, Ausfallsicherheit und Zuverlässigkeit.

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