Zwei Westschweizer Spitäler entwickeln eigenes KIS

30. Mai 2024 um 08:36
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Das KIS des Genfer Unispitals wird weiterentwickelt und kommt auch im Spital Wallis zum Einsatz. Foto: zVg

Das Unispital Genf sowie die Spitäler Wallis wollen sich von privaten Anbietern unabhängig machen und arbeiten deshalb an einem eigenen Klinik-Informationssystem.

Anders als viele andere Spitäler in der Schweiz setzen das Universitätsspital Genf (HUG) und das Spital Wallis bei ihrem künftigen Klinikinformationssystem (KIS) nicht auf einen privaten Anbieter wie den amerikanischen Weltmarktführer Epic oder das Zürcher Unternehmen Cistec.
Die beiden Krankenhäuser haben sich zusammengetan und arbeiten an der gemeinsamen Entwicklung eines neuen, zweisprachigen KIS. Wie das HUG mitteilt, soll die Plattform "dossier patient intégré plus" (DPI+) heissen und auf dem integrierten Patientendossier (DPI) basieren, das seit 30 Jahren im HUG genutzt wird. Das im Spital Wallis eingesetzte KIS werde bald das Ende seiner Lebensdauer erreichen und müsse deshalb ersetzt werden.

Risiko der Datenauslagerung ins Ausland vermeiden

Weil das Spital Wallis von einem alten System auf ein neues migriert werden muss, werde das in diesem Monat gestartete Projekt mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Während dieser Zeit bleibt das bisherige System im Wallis im Einsatz, "um einen bestmöglichen Übergang zu gewährleisten".
In der Mitteilung betonen die Spitäler, dass die gemeinsame Entwicklung eines IT-Systems ein Novum sei in der Schweiz. DPI+ werde von beiden Häusern gemeinsam entwickelt, verwaltet und finanziert. Die Eigenentwicklung biete unter anderem den Vorteil, von "privaten Anbietern klinischer Software unabhängig zu sein" sowie die Vermeidung von "inhärenten Risiken der Auslagerung der Daten an ein ausländisches Unternehmen".
Das eigene System gewährleiste "wirtschaftliche Kontinuität und verbesserten Datenschutz". DPI+ sei eine interoperable Lösung und ermögliche "die Konsistenz und Integration anderer Software der beiden Institutionen". Ohne konkrete Kosten zu nennen, heisst es in der Mitteilung, dass die Partnerschaftslösung auch finanziell interessant sei, dies dank der "Bündelung von Kompetenzen und Ressourcen".

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