Die Verwaltung des Kantons Bern hat an einem Tag mehrere Zuschläge publiziert, die freihändig vergeben wurden. Das kleinste Beschaffungsvolumen darunter entfällt auf die Finanzverwaltung.
Für 850'000 Franken pro Jahr hat Innova Solutions den Zuschlag für ERP-Softwarepaket, Programmierung und Beratung erhalten. Dabei geht es um Dienstleistungen für die Jahre 2024 bis 2026 "im Zusammenhang mit Wartung, Betrieb und Weiterentwicklung von Finanzinformationssystemen wie Annex, FIS Archiv, Bloomberg und Finaus/Gines", schreibt die Finanzverwaltung auf Simap. Begründet wird die freihändige Vergabe damit, dass Innova Solutions "als einziger Anbieter über das notwendige Wissen verfügt, das die Umsetzung nötiger Arbeiten innert nützlicher Frist und mit vertretbarem finanziellem Aufwand sichert".
"Periska-Produkte als Archiv- und Auskunftsmodule" beschafft das Personalamt. Bedag Informatik (1,1 Millionen Franken pro Jahr), Innova Solutions (340'000 Franken) und Haufe-umantis (90'000 Franken) erhalten die Zuschläge. "Per 1.1.2023 wurde das Gehaltssystem des Kantons Bern durch SAP abgelöst. Bereits zu diesem Zeitpunkt bestehende, teilweise proprietäre Annex-Systeme werden weiterverwendet", so das Personalamt zu den ersten beiden Zuschlägen. "Das E-Recruitingsystem für den Kanton Bern wird im Rahmen der Etappe 3 der SAP-Einführung per 2027 neu evaluiert. Bis zu diesem Zeitpunkt wird das Produkt der Firma Haufe-umantis weiterverwendet", heisst es zum dritten.
Steuerverwaltung vergibt Millionen-Aufträge
Einiges höher im Beschaffungsvolumen ist die Vergabe "Wartung und Support Nesko-Applikationen" der kantonalen Steuerverwaltung. Je 7,8 Millionen Franken pro Jahr gehen an Bedag Solutions und DV Bern, 900'000 Franken an Innova Solutions.
"Die Veranlagungsanwendungen der Steuerverwaltung sind eng miteinander und mit ihren Umsystemen verknüpft. Die Anbieter erbringen aufeinander eingespielte, vielfältige Dienstleistungen zur Produktionsunterstützung, die eine eingehende Kenntnis der Anwendungen und deren Anpassung voraussetzen", heisst es dazu auf Simap.
"Ein Auseinanderfallen von Betriebs- und Entwicklungsverantwortung für einzelne Teile des komplexen und hochspezialisierten Nesko-Umfelds würde viele zusätzliche Schnittstellen und Abgrenzungsprobleme schaffen, die grosse Risiken für die ständige Verfügbarkeit der Anwendungen und damit die zeitgerechte Verarbeitung zur Folge hätten", so die Steuerverwaltung. Die Auftragsvergabe an die 3 Anbieter sei daher zur Erhaltung der Kontinuität der Leistung notwendig.
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