28 Länder – darunter auch die Schweiz – haben eine Erklärung unterzeichnet, die sie verpflichtet, sich mit potenziellen Risiken der Künstlichen Intelligenz auseinanderzusetzen. Die sogenannte Bletchley-Erklärung wurde während eines von der britischen Regierung ins Leben gerufenen
KI-Gipfels unterzeichnet.
In dem Dokument werden Risiken, die KI-Modelle mit sich bringen, sowie mögliche Wege zu deren Bewältigung beschrieben. Die beteiligten Länder sowie die EU weisen in ihrer Erklärung darauf hin, dass KI derzeit nicht nur weit verbreitet sei, sondern sich in Zukunft wahrscheinlich noch stärker ausbreiten werde.
Mehr Teilnehmer gesucht
"Dies ist ein einzigartiger Moment, um zu handeln und die Notwendigkeit einer sicheren Entwicklung der KI zu bekräftigen", hiess es von den Unterzeichnenden in Buckinghamshire nördlich von London. In der Erklärung wird auf eine Reihe von KI-Risiken hingewiesen, die als besonders dringlich angesehen werden. Eines davon ist die Erstellung von Falschnachrichten mittels KI.
Zudem betonen die Unterzeichnenden, dass weitere "besondere Sicherheitsrisiken" in Zusammenhang mit KI entstehen könnten. Mit der Erklärung gaben die Länder bekannt, dass sie gemeinsam an der Bewältigung dieser Risiken arbeiten wollen. Als Teil der Initiative soll die bestehende Zusammenarbeit im Bereich der KI-Sicherheit erweitert und die Zahl der teilnehmenden Länder erhöht werden.
Verständnis für Risiken entwickeln
In der Erklärung werden mehrere Prioritäten genannt. So wollen sich die teilnehmenden Länder darauf konzentrieren, "gemeinsam besorgniserregende KI-Sicherheitsrisiken zu identifizieren und ein gemeinsames wissenschaftliches und evidenzbasiertes Verständnis dieser Risiken zu entwickeln". Entsprechend soll auch eine "risikobasierte Politik" in den einzelnen Staaten eingeführt werden.
Zudem soll ein internationales Wissenschaftsnetzwerk für die Sicherheit von KI geschaffen werden. Die Erklärung befasst sich auch mit der Rolle von privaten Unternehmen, insbesondere denjenigen, die neue KI-Modelle entwickeln. Für KI-Systeme, die ungewöhnlich leistungsfähig und potenziell schädlich sind, gelte eine "besonders grosse Verantwortung für die Gewährleistung der Sicherheit", heisst es in der Bletchley Declaration.
Weitere Veranstaltungen geplant
Bundesrat Albert Rösti, der ebenfalls an der Ministertagung in Bletchley teilnahm, verwies darauf, dass die KI-Konvention des Europarats, welche gegenwärtig unter dem Vorsitz der Schweiz ausgearbeitet wird, eine "einmalige Gelegenheit" für alle beteiligten Länder darstellt. So sollen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die zwar die Innovation begünstigen, gleichzeitig aber auch die Grundrechte wahren.
"Die Bletchley-Erklärung von dieser Woche ist – neben dem
Hiroshima-Prozess der G7 und nationalen Massnahmen – ein entscheidender Schritt in Richtung Sicherheit von KI auf globaler Ebene", sagte Siân John, Chief Technology Officer bei der Sicherheitsberatung NCC Group gegenüber
'Siliconangle'.
Dabei steht die Regulierung der Technologie erst am Anfang. Die Veranstaltung in London ist die erste in einer Reihe geplanter Zusammenkünfte. Ein zweites Gipfeltreffen soll innerhalb von 6 Monaten in Südkorea stattfinden, ein weiteres in etwa einem Jahr in Frankreich.