Alphabet verhandelt Medienberichten zufolge mit Wiz über eine Übernahme. Gemäss 'Wall Street Journal' soll die Google-Mutter 23 Milliarden US-Dollar für das Cybersecurity-Startup bezahlen. Die Gespräche befinden sich demnach in einem fortgeschrittenen Stadium.
Obwohl ein Abschluss wahrscheinlich sei, könnten die Gespräche noch scheitern, heisst es weiter. Gegenüber
der US-Zeitung haben sich weder Alphabet noch Wiz zu den Gerüchten geäussert.
Wiz wurde 2020 in Israel gegründet und hat seinen Hauptsitz mittlerweile in den USA. Zum Portfolio gehören Cloud-basierte Cybersecurity-Lösungen mit Echtzeit-Detection und -Response, basierend auf KI. Es gehört zu einem der am schnellsten wachsenden Software-Startups. 2023 erzielte Wiz einen jährlich wiederkehrenden Umsatz von 350 Millionen Dollar. Unter den Kunden finden sich gewichtige Namen wie BMW, Slack oder Morgan Stanley.
In einer kürzlichen Finanzierungsrunde nahm Wiz 1 Milliarde Dollar ein und erreichte eine Bewertung von 12 Milliarden Dollar. Zu den Investoren der Firma gehören Andreessen Horowitz, Lightspeed Venture Partners und Thrive Capital.
Übernahme könnte Behörden auf den Plan rufen
Mit der Übernahme von Wiz würde Alphabet sein Security-Portfolio deutlich ausbauen. Vor rund zwei Jahren kauft der US-Konzern
Mandiant für 5,4 Milliarden Dollar. Gleichzeitig würde Wiz mit seinen SaaS-Produkten zu einer Stärkung des Cloud-Geschäfts von Google beitragen. Thomas Kurian, Chef von Google Cloud, habe die Initiative zum Kauf von Wiz vorangetrieben, heisst es bei der
'New York Times' (Paywall).Die grösste Übernahme von Alphabet respektive Google liegt ein Jahrzehnt zurück. Damals kaufte der US-Konzern Motorola Mobility für 12,5 Milliarden Dollar, um die Firma kaum zwei Jahre später
mit Verlust wieder zu verkaufen. Kommt der Wiz-Deal zustande, wäre es die bislang grösste Übernahme von Alphabet. Sie würde wohl auch die Wettbewerbshüter auf den Plan rufen. Nicht nur in der EU, auch in den USA wurden die Expansionspläne der Tech-Konzern in den vergangenen Jahren kritischer beobachtet.
Beispielsweise gab Amazon seine 1,7 Milliarden Dollar teure Übernahme von iRobot auf, nachdem Behörden Druck ausgeübt hatten. Die FTC klagte in den USA, um die Übernahme von Activision Blizzard durch Microsoft zu verhindern – allerdings erfolglos.