Google befinde sich in Verhandlungen, um das Cyber-Security-Unternehmen Mandiant zu kaufen, so ein Bericht von 'The Information'. Nun ist es offiziell: Die Unternehmen haben sich auf einen Deal geeinigt.
Laut einer Mitteilung zahlt Google 23 Dollar je Aktie, womit der Deal auf 5,4 Milliarden Dollar bewertet wird. Der Angebotspreis entspreche einem Aufschlag von 57% auf den gewichteten 10-Tage-Durchschnittskurs vom 7. Februar 2022, dem letzten vollen Handelstag vor den veröffentlichten Marktspekulationen über einen möglichen Verkauf des Unternehmens, wie es in einer Mitteilung heisst.
Die Übernahme steht noch unter Vorbehalt der Zustimmung der Mandiant-Aktionäre sowie der Aufsichtsbehörden.
Mehr Security in und aus der Cloud
Herzstück der Security-Strategie von Google Cloud ist Chronicle. Die Lösung überwacht den Datenfluss zwischen PCs, Geräten und Netzwerken, um Anzeichen für Cyberangriffe zu erkennen. Chronicle startete als unabhängiges Unternehmen von Alphabet, wurde aber Mitte 2019 in Google Cloud integriert. Vor kurzem erweiterte Google Chronicle durch die Übernahme des israelischen Security-Startups Siemplify. Dieses bietet eine Incident-Response-Lösung.
Google versuche mehr Lösungen aus der Cloud zu bieten, die "Unternehmen regelmässig und wiederholt kaufen", so ein ehemaliger Google-Manager zu 'The Information' bevor der Deal offiziell verkündet wurde. Ziel sei es, schlicht "mehr Transaktionsvolumen" zu haben. Dazu gehören auch Security-Angebote.
Google erklärt nun, die Übernahme von Mandiant unterstreiche das Engagement von Google Cloud, sein Sicherheitsangebot weiterzuentwickeln. Man wolle die End-to-End-Security-Operations-Suite ausbauen, um Kunden bei der Bewältigung von Security-Anforderungen zu unterstützen. "Die Marke Mandiant ist ein Synonym für unübertroffene Erkenntnisse für Unternehmen, die sich in einer sich ständig verändernden Umgebung absichern wollen", so Thomas Kurian, CEO von Google Cloud, in der Mitteilung.
Mandiant ist unter anderem auf Threat Intelligence spezialisiert. Das Unternehmen bietet eine SaaS-Plattform, die Kunden bei der Erkennung von Cyberangriffen unterstützen soll. Hinzu kommen Incident-Response-Lösungen.
Zudem verfüge Mandiant über ein Forschungsteam und über viel Know-how in der Cyber-Forensik, erklärte ein Berater gegenüber dem US-Magazin. Beispielsweise meldete Mandiant (damals noch unter dem Namen Fireeye) die
Kompromittierung der Firma Solarwinds.Mandiant wurde 2004 von Kevin Mandia gegründet und 2013 von Fireeye übernommen. Seit letztem Jahr ist das Unternehmen wieder
eigenständig unterwegs, nachdem Fireeye sein Produktgeschäft verkauft hatte.
Update: Dieser Artikel wurde nach offizieller Bekanntgabe der Übernahme entsprechend ergänzt.