Amazon sichert sich Raketen­start­plätze

5. April 2022, 14:52
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Raketenstart in Vandenberg, Kalifornien, USA. Foto Tim Missholder / Unsplash

Der Cloud-Anbieter und Online-Riese will sein eigenes Satelliten-Internet schaffen und das Starlink-Netz von SpaceX konkurrieren.

Der Onlinehändler und Cloud-Anbieter Amazon hat sich für sein geplantes Satelliten-Internet Platz für Dutzende Raketenstarts gesichert. In den neuen Verträgen, die unter anderem mit dem europäischen Anbieter Arianespace und dem Raumfahrtunternehmen Blue Origin von Amazon-Gründer Jeff Bezos abgeschlossen wurden, geht es gemäss dem Unternehmen um bis zu 83 Raketenstarts.
Für den Aufbau seines Satelliten-Internets sicherte sich Amazon bei United Launch Alliance zusätzlich zu den bereits zuvor vereinbarten 9 Starts noch 38 weitere dazu. Mit der europäischen Trägerrakete Ariane 6 sollen insgesamt 18 Mission abheben und mit der Firma Blue Origin gibt es eine Vereinbarung über 12 Raketenstarts mit einer Option auf bis zu 15 weiteren.
Insgesamt soll das Satelliten-Netzwerk mit dem Namen Kuiper in Zukunft 3236 Satelliten umfassen. Amazon will damit insbesondere mit dem Starlink-Netz von SpaceX konkurrieren. Für den Konzern sei dies die nächste Aus­weitung des Geschäfts. Aus der Sicht von Manager Dave Limp macht dieser Schritt durchaus Sinn: "Für praktisch alles, was Amazon macht, ist Konnek­tivität die Grundlage", sagte er der 'Deutschen Presse-Agentur'. Ohne eine Verbindung mit dem Internet könne ein Unternehmen kaum eine Dienst­leistung des Konzerns nutzen.

Auch Teile der USA ohne Online-Zugang

Bei der Internet-Versorgung per Satellit werde meist an Afrika gedacht, dabei gebe es auch in den ländlichen Teilen der USA grosse Gebiete ohne aus­reich­ende Infrastruktur, betonte Limp. Amazons Ziel sei, das leistungs­stärkste System zur Internet-Versorgung aus den niedrigen Umlaufbahnen auf die Beine zu stellen. Die Zugänge sollen dabei in einem klassischen Abo-Modell an einzelne Haushalte angeboten werden.
Weiter seien auch Kooperationen mit verschiedenen Telcos geplant, die dann auf Amazons Kuiper-Infrastruktur zur Versorgung ihrer Kunden zurückgreifen könnten.

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