Anklage wegen Ransomware beim Bezirksgericht Zürich

6. August 2025 um 14:10
image
Bezirksgericht Zürich im Bezirksgebäude. Foto: Gerichte Zürich

Einem Einzeltäter wirft die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich vor, an der Entwicklung von Ransomware beteiligt gewesen zu sein. Mit der Malware soll er Firmen erpresst haben.

Die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich hat Ende Juli 2025 beim Bezirksgericht Zürich unter anderem wegen Cyberdelikten Anklage gegen einen Mann erhoben. Wie die auf Cybercrime spezialisierte Behörde erst jetzt mitteilt, wird ihm eine massgebliche Beteiligung an Ransomware-Angriffen auf Unternehmen im In- und Ausland zwischen Dezember 2018 und Mai 2020 vorgeworfen.
Der Anklage gingen jahrelange Ermittlungen voraus. Im Juli 2019 eröffnete die Zürcher Staatsanwaltschaft aufgrund einer Serie von Ransomware-Angriffen auf ortsansässige Firmen ein Strafverfahren gegen eine vorerst unbekannte Täterschaft. Wie sie mitteilt, gelang es dann im Oktober 2021 Strafverfolgungsbehörden aus der Schweiz, Frankreich, den Niederlanden, Norwegen, der Ukraine und den USA, gegen eine weltweit tätige Gruppe von Cyberkriminellen vorzugehen. Zwölf Personen seien damals verhaftet worden, einer davon in der Schweiz.

Malware-Entwicklung und Erpressung

Nun hat die Staatsanwaltschaft das hiesige Strafverfahren abgeschlossen und Anklage erhoben. Dem Beschuldigten wird der Mitteilung zufolge vorgeworfen, an der Entwicklung von Schadsoftware massgeblich beteiligt gewesen zu sein. Weiter soll er zwischen Dezember 2018 und Mai 2020 von seinem Schweizer Wohnort aus direkt an Ransomware-Angriffen auf zehn Unternehmen in der Schweiz, Frankreich, Kanada, den Niederlanden, Norwegen, Schottland und den USA mitgewirkt haben. Dafür soll er jeweils einen Anteil der erpressten Lösegelder erhalten haben.
Die Ransomware-Angriffe sollen bei den attackierten Unternehmen Schäden von über 130 Millionen Franken verursacht haben. Die Summe ergibt sich laut Staatsanwaltschaft aus Umsatzeinbussen durch Betriebsunterbrüche und den Kosten für die Wiederherstellung der IT-Systeme. Ferner hätten einzelne Unternehmen Lösegeld in Form von Bitcoin bezahlt. Die höchste Lösegeldsumme belief sich auf 450 Bitcoin, was heute rund 41 Millionen Franken entspricht.
In der Anklage beantragt die Staatsanwaltschaft dem Gericht eine 12-jährige unbedingte Freiheitsstrafe und die Anordnung einer Landesverweisung für den Beschuldigten. Die Juristen betonen, dass bis zu einem rechtskräftigen Urteil die Unschuldsvermutung gelte.

Loading

Mehr zum Thema

image

Backup-as-a-Service nach Schweizer Recht

T-Systems Schweiz installiert die Datenplattform von Cohesity in seinen hiesigen RZs. Dort können Schweizer Firmen Geschäftsdaten ablegen und im Notfall sauber zurückspielen.

publiziert am 18.8.2026
image

Zürcher Staatsanwaltschaft fordert lange Haftstrafe für Ransomware-Beschuldigten

Der Mann war 2021 in der Schweiz verhaftet worden. Er soll unter anderem an Angriffen auf Stadler Rail und Crealogix mitgewirkt haben.

publiziert am 18.8.2026
image

DBTF: Wenn CEOs und CIOs auf KI treffen

Am "Digital Business Transformation Forum" diskutieren CEOs und Strategieverantwortliche darüber, wie KI-Systeme im Verbund mit interdisziplinären Teams echte Wettbewerbsvorteile schaffen.

publiziert am 18.8.2026
imageAbo

Bündner Kapo erteilt zwei freihändige Zuschläge an Logobject

Die Kantonspolizei erneuert ihre Aufträge für das Einsatzleitsystem und die Rapportierung. Ein Anbieterwechsel komme nicht in Frage.

publiziert am 17.8.2026