Anthropic im Clinch mit dem Pentagon

27. Februar 2026 um 09:58
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Foto: Touch Of Light / Wikipedia, unter [CC BY-SA 4.0]

Das Unternehmen will Grenzen für die Verwendung seiner KI-Software im US-Militär durchsetzen.

Der OpenAI-Konkurrent Anthropic will nicht, dass das US-Verteidigungsministerium seine KI-PLattform ohne Einschränkungen nutzt. Man bestehe darauf, dass Künstliche Intelligenz der Firma nicht für Massenüberwachung in den USA sowie nicht in komplett autonomen Waffen eingesetzt wird, schrieb Mitgründer und Chef Dario Amodei in einem Blogeintrag. Das Verteidigungsministerium habe deshalb gedroht, Anthropic als ein Lieferketten-Risiko einzustufen, was das Geschäft des Unternehmens in den USA drastisch einschränken würde.
Mit dem Blogeintrag von Amodei bestätigen sich tagelange Medienberichte über den Streit zwischen der Firma und dem Pentagon. Aus dem Verteidigungsministerium, dass unter der Trump-Administration in Kriegsministerium umbenannt wurde, kam ein Konter in scharfen Worten. Der ranghohe Beamte Emil Michael schrieb auf der Online-Plattform X, Amodei habe einen "Gott-Komplex" und wolle persönlich das US-Militär kontrollieren.

Firma: KI nicht verlässlich für autonome Waffen

Das Verteidigungsministerium will nur mit KI-Firmen zusammenarbeiten, die "jedem legalen Einsatz" ihrer Software zustimmen. Anthropic beharrt jedoch darauf, dass die von der Firma geforderten Einschränkungen wichtig seien.
So warnte Amodei, dass Künstliche Intelligenz es möglich mache, über das Netz verstreute Daten einzelner Menschen in grossem Stil automatisiert zu einem ausführlichen Bild ihres Lebens zusammenzusetzen. Und zugleich sei KI noch nicht verlässlich genug, um in vollständig autonomen Waffen eingesetzt zu werden. "Wir werden nicht wissentlich ein Produkt liefern, das Amerikas Krieger und Zivilisten in Gefahr bringt", schrieb der Anthropic-Chef.

Pentagon droht

Amodei zufolge droht das Pentagon auch, auf ein Gesetz aus dem Jahr 1950, den "Defense Production Act" zurückzugreifen, um Anthropic zur Aufhebung der Beschränkungen zu zwingen. Das Pentagon setzte der Firma eine Frist bis zum späten Freitagnachmittag in Washington, um jeglichem legalen Einsatz der Software zuzustimmen, wie ein Ministeriumssprecher schrieb.
Die Lücke, die sich in US-Militärsystemen durch ein Ausbooten der Anthropic-Software auftun könnte, dürfte unter anderem die Firma xAI von Elon Musk füllen wollen. Allerdings ist unklar, ob andere Entwickler die Fähigkeiten der Künstlichen Intelligenz von Anthropic bieten können.

Einsatz bei Maduro-Gefangennahme

Spannungen zwischen Anthropic und dem Pentagon wurden öffentlich, nachdem bekannt wurde, dass Software der Firma bei der US-Militäroperation zur Gefangennahme des venezolanischen Machthabers Nicolás Maduro eingesetzt wurde. Wofür genau sie dabei verwendet wurde, blieb unklar.


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