Die Halbleiterbranche dürfte nach Einschätzung des weltgrössten Chip-Auftragsfertigers TSMC noch lange vom KI-Boom profitieren. Die Nachfrage übersteige das Angebot bei weitem, sagte TSMC-Chef Che-Chia Wei.
In diesem Jahr will die Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) 60 bis 64 Milliarden US-Dollar in neue Anlagen und Technologien investieren. Damit wurde die Spanne für das Investitionsziel um 8 Milliarden erhöht. Der Konzern will mittelfristig noch mehr Geld in Fabriken in den USA stecken.
TSMC stockte nach eigenen Angaben die Zusagen für den Ausbau von Fertigungsanlagen um 100 Milliarden auf 265 Milliarden US-Dollar auf. Nach Abschluss der Investitionen soll TSMC zehn Fertigungs- sowie zwei Verpackungsanlagen in den Vereinigten Staaten haben. Global unterhält der Konzern derzeit 20 Chipfabriken, davon 14 im Heimatland Taiwan.
Die Investitionspläne sind Teil eines politischen Abkommens zwischen Taiwan und den USA vom Januar. Damals hatte US-Präsident Donald Trump im Handelsstreit mit dem asiatischen Land die Einfuhrzölle für Güter aus Taiwan gesenkt und im Gegenzug Zusagen zu Investitionen in die Halbleiterindustrie ausgehandelt. Die USA wollen so ihre Abhängigkeit von der Chipproduktion in dem asiatischen Land verringern.
Stärkeres Wachstum erwartet
Beim Umsatz werde in US-Dollar gemessen im laufenden Jahr jetzt ein Anstieg von etwas mehr als 40% angepeilt, teilte der weltgrösste Chip-Auftragsfertiger mit. Bislang hatte TSMC ein Plus von mehr als 30% in Aussicht gestellt.
Im zweiten Quartal zog der Umsatz wegen der hohen Chipnachfrage infolge des KI-Booms um 36% auf 1,27 Billionen Taiwan-Dollar (rund 30 Milliarden Franken) an. Da zudem die Margen gestiegen sind, legte der Überschuss um 77% auf knapp 707 Milliarden taiwanesische Dollar (17,6 Milliarden Franken) zu.