Normalerweise wäre so etwas ein Luxus-Problem: Apple hat vor dem Start der nächsten iPhone-Generation die Nachfrage unterschätzt. Im KI-Boom mangelt es selbst Tech-Riesen wie dem US-Konzern an Chip-Nachschub.
Das Problem seien aktuell vor allem knappe Produktionskapazitäten für kombinierte Chipsysteme, die das Herzstück von Apple-Geräten wie iPhones und Mac-Computern sind, sagte Konzernchef Tim Cook. Apple habe die Nachfrage nach iPhones und Macs in den vergangenen Monaten trotz bereits hoher Absatzprognosen unterschätzt, gestand Cook, der im September nach 15 Jahren seinen Posten räumt.
In anderen Jahren wäre das kein allzu grosses Problem gewesen. Als Riesen-Kunde hat Apple viel Gewicht bei Zulieferern. Doch aktuell gebe es "weniger Flexibilität" als üblich, beklagte Cook in einer Telefonkonferenz mit Analysten. Deshalb gebe es gravierende Engpässe und nur eingeschränkte Möglichkeiten zum Gegensteuern.
Die Chipkapazitäten sind ausgebucht, weil wegen des boomenden Geschäfts mit Künstlicher Intelligenz gerade enorm viele Halbleiter für den beschleunigten Ausbau von Rechenzentren bestellt werden. Dabei ist jetzt die Zeit, in der Apple traditionell die Produktion neuer iPhone-Modelle rechtzeitig zur Markteinführung im Herbst hochfahren möchte.
Starkes iPhone-Quartal
Im vergangenen Quartal stieg der iPhone-Umsatz im Jahresvergleich um nahezu 22% auf 54,25 Milliarden Dollar. Damit übertraf der Konzern die durchschnittlichen Erwartungen der Analysten. Marktforschern zufolge legte der iPhone-Absatz im vergangenen Vierteljahr zu, und auch der durchschnittliche Verkaufspreis dürfte höher gewesen sein. Eigene Absatzzahlen nennen die grossen Anbieter schon lange nicht mehr.
Das iPhone ist damit weiterhin das wichtigste Apple-Produkt. Es macht rund die Hälfte des Geschäfts aus. Insgesamt stieg der Apple-Umsatz um 16% auf gut 109,4 Milliarden Dollar. Unterm Strich legte der Gewinn um 27% auf knapp 29,8 Milliarden Dollar zu. Dazu trugen laut Apple allerdings auch bereits verbuchte Rückzahlungen von Importzöllen bei, die dem Konzern zustehen, nachdem das Oberste Gericht der USA einige Massnahmen von Präsident Donald Trump gekippt hatte.