Atos braucht 600 Millionen Bares – und zwar schnell

9. April 2024 um 09:23
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Foto: zVg

Der Konzern stellt seinen Refinanzierungsplan vor. Für die nächsten zwei Geschäftsjahre sucht Atos Bargeld und Darlehen in Höhe von insgesamt 1,2 Milliarden Euro.

Der krisengeschüttelte französische Konzern Atos hat die Eckdaten für seinen Refinanzierungsrahmen bekannt gegeben. Diese betreffen beide in einer Aufspaltung vorgesehenen neuen Bereiche: das Managed-Services-Geschäft Tech Foundations wie auch den Security-, Digital- und Cloud-Bereich Eviden.
Laut Mitteilung werden für die Finanzierung des Unternehmens im Zeitraum 2024 bis 2025 Barmittel in Höhe von 600 Millionen Euro benötigt. Die Bereitstellung soll "in Form von Fremd- und/oder Eigenkapital durch bestehende Stakeholder oder Drittinvestoren" erfolgen. Zusätzlich seien Kreditlinien und Darlehen in Höhe von weiteren 600 Millionen Euro nötig.

Fälligkeit der Schulden um fünf Jahre verlängern

Im Geschäftsjahr 2023 verzeichnete Atos Verluste im Umfang von 3,4 Milliarden Euro. Die Schuldenlast erreichte gleichzeitig ein Rekordhoch. Bis Ende 2025 ist die Rückzahlung von 3,65 Milliarden Euro Schulden fällig. Diese Fälligkeiten sollen im Rahmen einer Vereinbarung, die Atos mit den Gläubigern bis Juli treffen will, um fünf Jahre verlängert werden.
Für die dringend benötigte Finanzspritze können bestehende Aktionäre und Drittinvestoren bis zum 26. April Vorschläge für Fremd- oder Eigenkapital einreichen. "Angesichts des Bedarfs der Gruppe wird eine globale Refinanzierungsvereinbarung zu einer erheblichen Verwässerung der bestehenden Aktionäre führen", so die Mitteilung.

Onepoint arbeitet an alternativem Rettungsplan

Bis dahin habe Atos eine "grundsätzliche Einigung mit einer Gruppe von Banken, einer Gruppe von Anleihegläubigern und dem französischen Staat über eine Zwischenfinanzierung in Höhe von 450 Millionen Euro für zusätzliche Liquidität bis zum Abschluss einer Vereinbarung" erreicht.
Andere Parteien versuchen inzwischen, alternative Rettungspläne zu lancieren. Der Hauptaktionär und Konkurrent Onepoint teilte am Sonntag mit, man habe ein Konsortium zur Rettung von Atos gegründet. Diesem sei auch die in Paris ansässige Investmentfirma Butler Industries beigetreten. Ziel des Konsortiums ist wohl eine Übernahme aller Bereiche mit dem Projekt "OneAtos". Dieses soll "Atos zur europäischen Plattform für Digitalisierung, Cybersicherheit und Künstliche Intelligenz sowie zum führenden europäischen Cloud-Betreiber" machen.

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