Das Bundesamt für Cybersicherheit (Bacs) registrierte im ersten Halbjahr 2025 rund 35'700 Meldungen zu Delikten im Cyberraum, wie es mitteilte. 58% davon betrafen Betrugsversuche. Rund jeder dritte davon war ein Anruf mit Betrugsabsicht, vermeintlich von Behörden. Doch die Zahl dieser Fälle nahm deutlich ab.
An Beliebtheit zugelegt hat laut Bacs hingegen die Masche mit Werbung für Online-Anlagebetrug. Die Zahl der gemeldeten Fälle verfünffachte sich im Vergleich zur Vorjahresperiode. Häufig würden bekannte Personen als Lockvögel dienen. Laut dem Halbjahresbericht würden bekannte Gesichter in fingierten Interviews für Investitionsangebote werben, die mit einem tiefen Risiko verbunden seien und ab einem minimalen Kapital traumhafte Renditen versprechen.
Ransomware Akira nimmt zu
Ein vorherrschendes Thema bleibt für das Bacs Phishing. "Mit kostenpflichtigen Werbeanzeigen in Suchmaschinen versuchen Cyberkriminelle, ihre Phishing-Seiten in den Suchresultaten vor den echten Login-Seiten der Banken zu listen", heisst es in der Mitteilung zum Halbjahresbericht.
Weiter berichtet das Bacs von 57 Fällen von Ransomware. Das waren 13 Fälle mehr als in der Vorjahresperiode. Zunehmend sei in dieser Sparte
die Gruppe Akira aktiv. Die meisten der Meldungen mit Angaben zur Ransomware-Variante würden Akira beinhalten, dicht gefolgt von Lockbit. "Eine zentrale Herausforderung für Organisationen sind Cyberangriffe innerhalb der Lieferkette", hält das Bacs im Bericht fest.
Für eine Bilanz der Meldepflicht noch zu früh
Seit dem 1. April müssen Cyberangriffe auf kritische Infrastrukturen gemeldet werden. 180 Vorfälle wurden dem Bacs bisher mitgeteilt. Diese Meldungen seien wichtig, um die Bedrohungslage besser zu verstehen und frühzeitig zu warnen, schreibt das Bundesamt. Das Bacs wolle weiterhin vor Risiken warnen und mit Informationen Delikte verhindern.
Die Cyber-Bedrohungslage bleibe angespannt, so das Bacs. Für eine systematische Auswertung der Meldepflicht sei es aber noch zu früh. Seit dem 1. Oktober kann das Bundesamt Sanktionen aussprechen, wenn Infrastrukturbetreiber dieser nicht nachkommen.