Beim AI Act der EU harzt es noch immer

25. Oktober 2023 um 07:37
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Foto: Sara Kurfess / Unsplash

Dass das Gesetz noch dieses Jahr verabschiedet wird, scheint immer unwahrscheinlicher. Offenbar gibt es innerhalb der EU-Organe noch grosse Meinungsverschiedenheiten.

Seit 2021 arbeiten die EU-Gesetzgeber an der KI-Regulierung, dem AI Act. Doch das Europäische Parlament und die EU-Mitgliedsländer müssen sich noch einigen. Und dies scheint schwierig, wie 'Reuters' berichtet.
Denn mittlerweile habe es drei Konsultationsrunden gegeben, eine vierte sei für Dezember geplant, so der Bericht. Wenn die Gesetzgeber dann keine Einigung erzielen, wird das gesamte Vorhaben auf 2024 verschoben. Zuvor hatten noch mehrere EU-Gesetzgeber die Hoffnung geäussert, dass der Entwurf noch bis Jahresende angenommen werden könnte.
Im Kern des AI Acts steht ein Risikoansatz: von minimal über begrenzt und hoch bis inakzeptabel. Je nach Risikostufe gibt es verschiedene Auflagen. Verboten werden "High-risk"-Systeme nicht, wer sie einsetzt, müsste dies aber transparent machen.

Sind ChatGPT und Co. hoch-riskant?

Uneinigkeit herrscht aber, wie dieser Risikoansatz auf Basismodelle wie GPT angewendet werden soll. Ein Vorschlag sieht vor, "Systeme für allgemeine Zwecke" als "hoch-riskant" gelten. So würden Entwickler von Modellen wie ChatGPT verpflichtet werden, die potenziellen Risiken ihrer Modelle zu bewerten. Zudem müssten sie die Modelle während des Entwicklungsprozesses und nach dem Release auf den Markt einer Prüfung unterziehen. Hinzu kommen Vorgaben bezüglich der Trainingsdaten.
Unter anderem Microsoft und OpenAI haben sich bereits öffentlich dazu geäussert und kritisiert, dass diese Modelle als hoch-riskant eingestuft werden könnten. Das Modell per se sei kein Hochrisikosystem, es besitze Fähigkeiten, die potenziell in riskanten Anwendungsfällen eingesetzt werden könnten.
Spanien, aktueller Inhaber der EU-Ratspräsidentschaft, habe auf eine Einigung gedrängt und Kompromisse vorgeschlagen, um den Prozess zu beschleunigen, so der Bericht. Dazu gehört ein Ansatz, der eine Abstufung nach Nutzerzahlen vorsieht.
Aber auch dieser Ansatz habe Kritik geerntet, schreibt 'Reuters'. Denn auch Modelle mit wenig Nutzern und kleine Plattformen könnten Risiken bergen.

Bundesrat bittet um Geduld

In der Schweiz bittet der Bundesrat derweil um "Geduld". Offensichtlich wartet die Regierung auf die Verabschiedung des AI Acts. "Eine eigenständige Anpassung des Schweizer Rechtsrahmens an den 'AI Act' bedingt eine detaillierte Analyse der Auswirkungen auf die Schweiz und eine gründliche Interessensabwägung", so der Bundesrat.

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