Der Ausbildungsbetrieb Bict will seinen Betrieb Ende September einstellen. Rund
120 Lernende in Informatik und Mediamatik sind davon betroffen. Kanton Bern, die IT-Branche und Bict seien inzwischen an einer Übergangslösung für die Lernenden im ersten und zweiten Lehrjahr dran.
Wie die '
Berner Zeitung' (Paywall) schreibt, sollen die betroffenen Jugendlichen das laufende Ausbildungsjahr entweder bei der Bict oder in einer ähnlichen Ausbildungsumgebung abschliessen können. Anschliessend sollen sie im Sommer 2027 in einen regulären Ausbildungsplatz bei einem Unternehmen wechseln.
Suche nach regulären Lehrbetrieben läuft
Der Hintergrund: Unterjährig seien nur wenige entsprechende Lehrstellen verfügbar. Das Eidgenössische Personalamt bestätigte der Zeitung demnach, dass der Bund im kommenden Sommer weiterhin zehn bis elf Lernende der Bict für das dritte Lehrjahr übernehmen wolle. Bis dahin seien die entsprechenden Lehrstellen jedoch besetzt und keine Kapazitäten vorhanden. Auch die Post plane, im Sommer sieben Lernende für das dritte Lehrjahr zu übernehmen. Laut Zeitungsbericht soll auch hier das laufende Lehrjahr zunächst überbrückt werden.
Der Kanton Bern sei bereit, sich gemeinsam mit Arbeitgebern an den Kosten einer solchen Übergangslösung zu beteiligen, sagt Yves Brechbühler, Sprecher der Bildungs- und Kulturdirektion, gegenüber der Zeitung. Federführend sei der Verein ICT-Berufsbildung Bern.
Ein Teil der Bict-Lernenden wechselte nach den ersten beiden Ausbildungsjahren bereits zu grösseren Unternehmen. Andere blieben formell bei der Bict angestellt und hätten ein zweijähriges Praktikum bei Unternehmen absolviert, die selbst keine Lehrstellen anbieten. Das Mittelschul- und Berufsbildungsamt des Kantons Bern unterstütze diese Jugendlichen nun bei der Suche nach einem regulären Lehrbetrieb.
Wie viele der rund 120 Lernenden inzwischen eine Anschlusslösung gefunden haben, ist laut dem Zeitungsbericht allerdings weiterhin offen.
Bict unter Nachlassstundung
Unterdessen hat sich die finanzielle Situation der Bict weiter zugespitzt. Das Regionalgericht Bern-Mittelland hat dem Unternehmen eine provisorische Nachlassstundung gewährt. Die entsprechende Eintragung im Handelsregister erfolgte diese Woche, wie die Zeitung berichtet.
Während der Nachlassstundung ist die Bict vorläufig vor Betreibungen durch ihre Gläubiger geschützt und muss einen Sanierungsplan ausarbeiten. Das Unternehmen steht dabei unter der Kontrolle eines vom Gericht eingesetzten Sachwalters. Diese Aufgabe habe der Berner Rechtsanwalt Thomas Gisselbrecht übernommen.
Derweil fand der angekündigte zweite "Round Table" statt. Dieser wurde von Regierungsrat Reto Müller, Bildungsdirektor des Kantons Bern, geleitet. Das geht aus einer Stellungnahme hervor, die die Bict auf ihrer Website veröffentlicht hat. Ein gemeinsames Communiqué der beteiligten Parteien sei derzeit in Arbeit und werde nach der Freigabe veröffentlicht, schreibt die Bict weiter.