Schweizer Arbeitgeber investieren weiterhin gezielt in Fachkräfte. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Robert Half, für die 250 Personalverantwortliche in der Schweiz befragt wurden. Fast vier von zehn Befragten (38%) planen, die Anzahl an Festanstellungen bis Ende 2026 zu steigern. Zudem beabsichtigen 26%, verstärkt auf temporäre Mitarbeitende zu setzen, während 36% ihre projektbasierten Ressourcen ausbauen wollen. Damit würden die Unternehmen auf geschäftliche Prioritäten reagieren und gleichzeitig die Flexibilität ihrer Belegschaft sichern, so das Personaldienstleistungsunternehmen in einer Mitteilung.
Gemäss Julia Meir, Branch Director bei Robert Half Schweiz, setzen aktuell einstellende Unternehmen auf eine langfristige Personalplanung. "Anstatt ihre Rekrutierungsaktivitäten angesichts der Unsicherheit auszusetzen, konzentrieren sich viele Arbeitgeber auf spezialisierte Kompetenzen, die ihnen helfen, Innovationen voranzutreiben, die Produktivität zu steigern und künftiges Wachstum zu unterstützen." Dazu zählen laut Mitteilung die Fachbereiche Technologie, Cybersecurity, Netzwerke und Cloud, IT-Infrastruktur, ERP und CRM, Rechnungswesen, Finanzplanung und -analyse, Risiko und Compliance, Logistik und Supply Chain sowie Customer Support.
Im Fachbereich Technologie und IT sehen 38% der Befragten einen Anstieg an Festanstellungen, 27% an temporären und 37% an projektbasierten Beschäftigungen vor, wie es weiter heisst. Beim Fachbereich Finanz- und Rechnungswesen hingegen setzt man am meisten auf Festanstellungen (39%), während hier die Planung von temporären (24%) und projektbasierten Beschäftigungen (36%) geringer ausfällt. Zudem planen 36% der Befragten auch im Bereich Administration und Office Support die Festanstellungen zu erhöhen.
Fokus auf Kompetenzentwicklung
Laut der Studie sehen 56% der Personalverantwortlichen in grossen Unternehmen und 43% in KMUs Trainings, Weiterbildung und Umschulung als zentrale Strategien zur Bewältigung der aktuellen Herausforderungen am Arbeitsmarkt, wie beispielsweise des anhaltenden Fachkräftemangels. Gleichzeitig stellen sich Unternehmen auf einen zunehmenden Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte ein. So erwarten laut Robert Half 34% der grossen Unternehmen einen weiteren Anstieg des Wettbewerbs um hochqualifizierte Mitarbeitende. Zudem planen ebenfalls 34% der KMUs, Rollen und Arbeitsweisen neu zu gestalten.
"Während Unternehmen auf den anhaltenden Fachkräftemangel und die Fortschritte im Bereich Künstliche Intelligenz reagieren, konzentrieren sie sich zunehmend darauf, eine Belegschaft mit der richtigen Kombination aus technischen und menschlichen Fähigkeiten aufzubauen", meint Meir weiter. "Anstatt die Nachfrage nach Fachkräften zu verringern, steigert KI den Wert von Mitarbeitenden, die technisches Know-how mit kritischem Denken, Anpassungsfähigkeit und ausgeprägten Kommunikationsfähigkeiten verbinden können." Diese Kompetenzen würden laut Meir zunehmend zu entscheidenden Differenzierungsmerkmalen im schnellen technologischen und organisatorischen Wandel werden.