KI-Kluft in der Schweiz vertieft sich

27. August 2026 um 14:16
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Illustration: Erstellt durch inside-it.ch mit Vibe

Laut einer AWS-Studie wächst bei Schweizer Unternehmen die Adaption von KI. Die fortgeschrittene Nutzung sinkt hingegen.

Mehr als die Hälfte der Schweizer Unternehmen (57%) nutzt heute KI, gegenüber 46% im Vorjahr. Zu diesem Schluss kommt eine Umfrage, welche das Forschungsunternehmen Strand Partners im Auftrag von AWS unter 2000 Teilnehmenden durchgeführt hat. Damit liegt die Schweiz über dem europäischen Durchschnitt von 54%.
Mit der steigenden KI-Nutzung festige die Schweiz ihre Position als eine der führenden KI-Wirtschaftsnationen Europas. "Agentische KI, fortschrittliche Robotik und physische KI haben das Potenzial, die Art zu verändern, wie Produkte entworfen und Fabriken betrieben werden, wie Labore arbeiten und Unternehmen im Wettbewerb stehen", heisst es in der Studie. Für die Schweizer Sektoren der Hightech-Fertigung, der Präzisionstechnik, der Pharmazie und der Biowissenschaften würde diese Technologien die bestehenden industriellen Stärken in hohem Masse ergänzen und eine bedeutende Chance für zukünftiges Wachstum darstellen.

Agentische KI noch wenig verbreitet

Über alle Sektoren hinweg würden sich die meisten Unternehmen aber nach wie vor auf einer grundlegenden Stufe der KI-Einführung befinden, schreibt AWS. Dadurch vertiefe sich die KI-Kluft. Zwar steige die Adaption von Künstlicher Intelligenz, gleichzeitig sinke die fortschrittliche Nutzung. 60% der KI-nutzenden Unternehmen würden KI vor allem für grundlegende Anwendungsfälle einsetzen, etwa öffentlich verfügbare Chatbots oder fertige Lösungen (Vorjahr: 62%). 22% hätten die mittlere Einführungsstufe erreicht und KI in mehrere Geschäftsbereiche integriert.
Nur 18% würden hingegen fortgeschrittene KI-Systeme nutzen, mehrere Modelle kombinieren oder agentische KI einsetzen. Dies ist gemäss Umfrage ein Rückgang gegenüber 20% im Vorjahr, der durch den starken Zustrom neuer Anwender auf Einstiegsniveau bedingt sei.

KMU setzen KI tiefergehend ein

"Interessanterweise haben KMU zwar insgesamt seltener KI eingeführt als die Gesamtwirtschaft und grössere Unternehmen (55% gegenüber 64%), doch diejenigen, die KI bereits einsetzen, haben dieses fortgeschrittene Stadium etwas häufiger erreicht – 22% gegenüber 18% bei allen KI-Anwendenden", so die Studie. Dies deute darauf hin, dass KMU, die in KI investieren, diese oft tiefergehend einsetzen, anstatt ihre Nutzung auf einfache Produktivitätsanwendungen zu beschränken.
"Agentische und physische KI haben das Potenzial, Unternehmen weit über Produktivitätsgewinne hinauszuführen", betonen AWS und die Studienautoren. Das Bewusstsein dafür sei in der Schweiz aber noch begrenzt. Bloss 24% der Unternehmen gaben an, von agentischer KI gehört zu haben. Von diesen hätten 4% die Technologie vollständig implementiert, 12% würden damit experimentieren oder Pilotprojekte durchführen. 19% der befragten Unternehmen sind mit physischer KI vertraut – bei Startups sind es 38%.
Die Studie "Das Potenzial von KI in der Schweiz 2026 erschliessen" enthält auch Empfehlungen für Handlungsfelder. Sie kann auf der Website von Unlocking Europe heruntergeladen werden.

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