Berner Polizei wählt "Super Recognizer" aus

23. Februar 2026 um 11:19
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Foto: Kantonspolizei Bern

Menschen statt KI sollen der Kantonspolizei Bern helfen, Gesichter zu erkennen. Geplant ist vorerst ein einjähriger Pilotbetrieb.

Die Kantonspolizei Bern startet die Pilotphase des Projekts zur Ausbildung von "Super Recognizern". Diese Menschen besitzen die überdurchschnittlichen Fähigkeiten, Gesichter wiederzuerkennen – teils zuverlässiger als eine Software.
Alle Mitarbeitenden der Kantonspolizei Bern waren im vergangenen November über das Projekt informiert worden und hatten die Möglichkeit, sich für Tests zur Auswahl potenzieller Super Recognizer anzumelden. Dieses Verfahren fand im Januar und Februar statt.
Sobald die Testergebnisse vorlägen, starte der rund einjährige Pilotbetrieb, schrieb der Regierungsrat in einer kürzlich veröffentlichten Antwort auf eine Motion. Dabei sollen die Einsatzmöglichkeiten der Gesichtserkenner und -erkennerinnen praktisch erprobt werden.

Besonders gutes Gesichtsgedächtnis

Die Polizei möchte die Fähigkeiten dieser Personen "effizient und gezielt" einsetzen – beispielsweise bei Fahndungseinsätzen, bei Bildfahndungen oder kriminalpolizeilichen Ermittlungen. Super Recognizer sollen Ermittlungshinweise liefern, ihre Tätigkeit unterscheide sich jedoch von der formellen Identifikation.
Die Forschung zeigt, dass es Menschen gibt, die mit sehr wenigen, manchmal sogar qualitativ schlechten Bildern entscheidende Hinweise geben können. In manchen Fällen erzielen Menschen mit einem besonders guten Gesichtsgedächtnis bessere Ergebnisse als die Algorithmen von Gesichtserkennungssoftware.
Diese besonderen Fähigkeiten seien insbesondere dort gefragt, wo technische Systeme an ihre Grenzen stossen und die menschliche Wahrnehmung einen entscheidenden Unterschied machen könne, heisst es in der Motion.

Überzeugende Ergebnisse in St. Gallen

Die Erfahrungen der Kantonspolizei St. Gallen in diesem Bereich seien positiv, schreibt die Berner Regierung weiter. Die Ergebnisse zeigten eine hohe Übereinstimmung zwischen mehreren Super Recognizern, schreiben die Motionäre. Zudem sei die Fehlerrate "äusserst niedrig".
Während des im Juli 2024 gestarteten Pilotprojekts in St. Gallen bestand die Arbeit hauptsächlich darin, Bilder, insbesondere Überwachungsvideos, anzusehen. Die Gesichtsleser und Gesichtsleserinnen verglichen Aufzeichnungen von Raubüberfällen, um festzustellen, ob es sich um dieselben Täter handelte.
Die Stadtpolizei Winterthur setzte Anfang 2023 als erstes Polizeikorps in der Schweiz gezielt auf diese besondere Fähigkeit.

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