Am Departement Wirtschaft der Berner Fachhochschule (BFH) wurde eine neue Professur für Digitalisierung und Nachhaltigkeit geschaffen. Seit dem 1. Juli 2023 ist Jan Bieser für den neuen Themenschwerpunkt am Institut Public Sector Transformation verantwortlich. Als Professor soll er den Bereich in der Forschung, Lehre und in der Beratung aufbauen, heisst es in einer Mitteilung der Hochschule.
Die digitalen Technologien bieten zahlreiche Chancen für eine nachhaltigere Gesellschaft. "Doch diese Potenziale stellen sich nicht von selbst ein", warnt der Wissenschaftler. "Trotz der rasant fortschreitenden Digitalisierung, die durch die Pandemie weiter beschleunigt wurde, nehmen die globalen Treibhausgas-Emissionen weiter zu."
Als Grund dafür nennt er den grossen Hunger nach Daten und Rechenleistung, der durch den Durchbruch der künstlichen Intelligenz auch noch weiter steigen wird. Das Videostreaming allein verursacht einer Schätzung zufolge über 300 Megatonnen CO2 pro Jahr, mehr als ganz Spanien. Darüber hinaus könne die Digitalisierung zu einer weiteren Zunahme von klimaschädlichem Konsum führen, führt Bieser aus.
Am Institut Public Sector Transformation wird er deshalb der Frage nachgehen, wie die Digitalisierung und nachhaltige Entwicklungen miteinander in Einklang gebracht werden können. Bieser wird am Digital Sustainability Lab im Bereich Forschung und Dienstleistung tätig sein und dazu auch im interdisziplinären Masterstudiengang Circular Innovation and Sustainability unterrichten.
Für die BFH ist die neue Professur ein strategisch wichtiger Schritt, erklärt Matthias Stürmer, Leiter des Instituts Public Sector Transformation: "Im Digital Sustainability Lab haben wir bereits eine hohe Expertise im Bereich der digitalen Nachhaltigkeit – also beim Zugang zu und der Nutzung von digitalem Wissen. Mit Jan Bieser können wir nun auch das Thema der nachhaltigen Digitalisierung abdecken und beispielsweise Forschungsfragen rund um Künstliche Intelligenz und Nachhaltigkeit vertiefen."
Jan Bieser ist seit mehr als 9 Jahren an der Schnittstelle zwischen Digitalisierung und Nachhaltigkeit in Wissenschaft und Wirtschaft tätig. Vor seinem Eintritt in die BFH forschte und lehrte er am Gottlieb Duttweiler Institut, am KTH Royal Institute of Technology in Stockholm und am Institut für Informatik der Universität Zürich, wo er auch promovierte.