Nach Aus für EPD: Post hält an Stellenabbau fest

23. Juli 2026 um 13:26
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Illustration: Pablo Merchán Montes / Unsplash+

Ende 2026 schliesst die Post ihre EPD-Plattform. 37 Vollzeitstellen werden gestrichen. Das Konsultationsverfahren ist beendet.

Anfang Jahr positionierte sich die Schweizerische Post zur E-Health-Neuausrichtung des Bundesrats. Dieser will das elektronische Patientendossier (EPD) durch das elektronische Gesundheitsdossier (E-GD) ersetzen. Im Januar noch stellte sich die Post auf den Standpunkt: "Bis zur Einführung des neuen Systems bleibt das EPD unverzichtbar, um Rückschritte in der Digitalisierung im Gesundheitswesen zu verhindern."
Im Juni erfolgte die Kehrtwende. Bis Ende 2026 schliesst Post Sanela Health die eigene EPD-Plattform, die aktuell rund 70'000 private Nutzerinnen und Nutzer aufweist. Sanela stelle fest, "dass die Nachfrage nach dem EPD zurückgeht", hiess es zum Entscheid. "Partner und potenzielle Kunden wie beispielsweise Spitäler oder Arztpraxen zeigen sich zurückhaltend, was die Weiterführung und Neueinführung des EPD betrifft, und immer weniger Privatpersonen eröffnen neue Dossiers."

37 Vollzeitstellen fallen definitiv weg

Das EPD-Aus bedeutet auch einen Stellenabbau bei der Post und bei Sanela. Die Post wolle "den digitalen Service public für das Gesundheitswesen organisatorisch neu aufstellen, was zu einem Abbau von rund 37 Vollzeitäquivalenten führen könnte". Die Unternehmen würden alles daran setzen, "diesen so sozialverträglich wie möglich zu gestalten".
Wie die Gewerkschaft Syndicom mitteilt, ist das Konsultationsverfahren jetzt abgeschlossen: "Trotz konkreter Vorschläge von Syndicom zum Erhalt von Arbeitsplätzen hält die Post am angekündigten Stellenabbau fest." Für gewisse Angestellte komme der Sozialplan der Post Schweiz zur Anwendung, nicht aber für die Angestellten der eigenständigen Tochtergesellschaft Post Sanela Health.

Verzicht auf Fachwissen

"Immerhin konnten für die Betroffenen der Sanela gewisse Unterstützungsleistungen erreicht werden (Laufbahnberatung, Abfindungen, wenn keine Anschlusslösung besteht)", schreibt die Gewerkschaft. Die unterschiedliche Behandlung der Beschäftigten innerhalb des Konzerns bleibe dennoch kritisch. Der Stellenabbau reihe sich zudem "in eine Serie von Abbaumassnahmen innerhalb des Post-Konzerns" ein.
Syndicom kritisiert erneut, dass die Post Arbeitsplätze streiche, obwohl die politischen Entscheide zur Zukunft des E-GD weiterhin ausstehen. Dadurch werde auf wertvolles Fachwissen verzichtet. "Die Post baut heute Kompetenzen ab, die sie morgen wieder braucht. Das ist weder nachhaltig noch wirtschaftlich", so Dominik Dietrich, Co-Sektorleiter Logistik von Syndicom.

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