Vier Zukunftsszenarien der KI-Arbeitswelt

23. Juli 2026 um 10:08
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Foto: Adecco

Der Personaldienstleister Adecco sieht bis anhin keine bedeutenden Umwälzungen der Arbeitswelt durch KI. Ein weiterer wirtschaftlicher Aufschwung sei wahrscheinlich.

KI verändert die Arbeitswelt derzeit rasant. Der Personaldienstleister Adecco hält es aber für wahrscheinlich, dass KI dem Muster früherer technologischer Umbrüche folgen und letztendlich die Beschäftigung ausweiten sowie die Reallöhne steigern wird. Bis anhin habe das Unternehmen kaum signifikante Auswirkungen von KI auf den Arbeitsmarkt registriert, schreibt Adecco in einer Mitteilung.
Dreieinhalb Jahre nach der Veröffentlichung von ChatGPT lägen die Beschäftigungsquoten in den 38 OECD-Mitgliedsländern weiterhin auf Rekordniveau (72,1%). Gleichzeitig bewege sich die Arbeitslosenquote (4,9%) nahe einem historischen Tiefstand, führt Adecco aus. Die Arbeitsmarktdaten würden nahelegen, dass KI die Abläufe und Aufgaben schneller verändere als sie ganze Berufsbilder verdränge.
Die grössten Veränderungen durch KI finden Adecco zufolge in Einstiegspositionen und Jobs mit routinemässiger Wissensarbeit statt. Hier steige der Bedarf an beruflicher Neuorientierung und Umschulung. Parallel blieben die Auswirkungen auf Tätigkeiten in den Bereichen Pflege, Dienstleistungen und Handwerk aufgrund der Komplexität der realen Welt begrenzt.

Von Wachstum bis Massenarbeitslosigkeit

In der Studie "KI, die Zukunft der Arbeit und der Aufstieg hybrider Arbeitsmärkte" analysierten Adecco und die Beratungsfirma Altermind, wie KI die globalen Arbeitsmärkte in den nächsten zehn Jahren verändern könnte. Sie skizzieren vier Szenarien:
Im Szenario "Flourishing Economy" (Wirtschaftlicher Aufschwung) wirkt KI als breiter Produktivitätstreiber. Die Beschäftigung bleibt hoch und die Löhne steigen. Ausserdem wechseln Mitarbeitende allmählich zu höherwertigen Tätigkeiten, die menschliche Kontrolle, Kreativität, Urteilsvermögen und Vertrauen erfordern. Laut Adecco ist dies aktuell das plausibelste Szenario.
Im Szenario "Capital Rules" (Kapital dominiert) schreitet die Automatisierung rasch voran und verdrängt Routinetätigkeiten. Dies führt zu Druck auf dem Arbeitsmarkt und sinkenden Löhnen. Gleichzeitig entstehen durch den weitverbreiteten Zugang zu KI auch neue Geschäftsmodelle und Unternehmen, wodurch neue Jobs geschaffen werden.
Das Szenario "Walled Garden" (Geschlossene Ökosysteme) geht von einer stabilen Beschäftigung aus, allerdings bei wachsender Abhängigkeit von wenigen dominanten KI-Plattformen. Dies bremst Lohndynamik, Mobilität und Wettbewerb, da die KI-Gewinne vor allem den Plattformbetreibern zugutekommen.
Im Szenario "Deus Ex Machina" verdrängen hochgradig autonome KI-Systeme Arbeitskräfte im grossen Stil. Gleichzeitig bleibt die Kontrolle über die Technologie bei wenigen Akteuren. Die Produktion bleibt hoch, die Beschäftigung sinkt jedoch drastisch. Dieses Szenario wäre gesellschaftlich am disruptivsten, gilt laut Adecco aber gemäss bisherigen Erkenntnissen und historischen Erfahrungen als unwahrscheinlich.
Als einer der weltweit grössten Personaldienstleister sieht sich Adecco direkt betroffen von den Veränderungen der Arbeitswelt. "Die nächste Phase der KI wird durch die Neugestaltung der Arbeit bestimmt. Unternehmen müssen ermitteln, was Menschen tun sollten, was KI-Agenten leisten können, wie sich Kompetenzen weiterentwickeln und welche Kompetenzen in Zukunft benötigt werden. Das ist die Rolle der hybriden Personalkoordination, und genau das ist unsere Mission", kommentiert Denis Machuel, CEO der Adecco-Gruppe.
(Mit Material von Keystone-SDA)

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