Ende der vergangenen Woche haben sich die 4 grössten Telekommunikationsunternehmen in einem offenen Brief hilfesuchend an die EU gewandt. Sie fordern, dass sich "Big Tech", die Betreiber der grossen Internetplattformen,
an den Kosten für den kontinuierlichen Ausbau der Netzwerke beteiligen. Diese Plattformen seien stark daran beteiligt, dass dieser Ausbau notwendig sei, während es für die Telcos schwieriger werde, die Kosten dafür zu tragen.
Eine globale Studie von Sandvine illustriert nun den Hintergrund dieser Forderung. Gemäss dem
"Global Internet Phenomena Report 2022" (PDF) ist der von den Big-Tech-Unternehmen verursachte Anteil am gesamten Datenverkehr im Internet in den letzten beiden Jahren noch einmal dramatisch gestiegen. Genauer gesagt geht es um lediglich 6 Unternehmen: Google, Facebook, Microsoft, Apple, Amazon und Netflix. Der von diesen verursachte Datenverkehr sei seit 2019 um 33% gestiegen, zusammengenommen verursachten sie 2021 laut Sandvine 57% des gesamten Internetverkehrs.
Eine Hauptursache dafür ist die explosionsartig wachsende Nutzung von Video- und Online-Gaming-Services.
Youtube allein ist gemäss den Sandvine-Zahlen für fast 15% des Traffics verantwortlich, Facebook und Facebook-Video zusammen für knapp 12% und Netflix für 9,4%.
Laut Sandvine ist auch eine starke Zunahme der "Power User" zu beobachten, die monatlich mehr als 1 Terabyte an Daten konsumieren. Diese User, so Sandvine, verbringen ihre Zeit hauptsächlich mit Xbox Live Video, Netflix, PS4-Games-Downloads, Discord, Twitch und Bittorrent.
Sandvine hat für seine Studie Daten aus weltweit rund 160 Festnetzen und mobilen Netzwerken aggregiert, an die zusammen rund 2,5 Milliarden User angeschlossen sind.