Mit einem grossen Investment in den ChatGPT-Entwickler OpenAI ist Microsoft vorgeprescht: Dessen KI soll nicht nur in die Office-Tools schlauer machen, sondern wurde auch in Bing integriert. Dies hat der Suchmaschine neues Leben eingehaucht und für eine höhere Nutzung gesorgt.
Dies setzt Google unter Druck. Einem Bericht zufolge hat der Konzern im März erfahren, dass Samsung einen Wechsel der Standardsuchmaschine für seine Galaxy-Smartphones und andere Geräte in Betracht zieht. Der Marktführer bei Andorid-Smartphones erwog offenbar, stattdessen die Suchmaschine Bing von Microsoft zu verwenden.
Dies berichtet die
'New York Times' (Paywall) mit Berufung auf interne Mitteilungen von Google. Demnach habe die News von Samsung bei Google eine regelrechte Panik ausgelöst. Denn der Vertrag mit Samsung spüle jährlich 3 Milliarden Dollar in die Kassen von Google.
Die KI-Funktionen von Bing seien für Samsung der Hauptgrund, einen Wechsel der Standardsuchmaschine zu erwägen, heisst es weiter. Die Verhandlungen zwischen Samsung und Microsoft sowie zwischen Samsung und Google seien aber noch nicht abgeschlossen. Es könne somit sein, dass beim Smartphone-Hersteller alles beim alten bleibt, schreibt die 'New York Times'.
Google plant radikale Änderungen
Google-CEO Sundar Pichai hat kürzlich in einem Interview angedeutet, dass der Suchdienst bald um KI-Funktionen erweitert werden soll. Ein Team von Designern, Engineers und Managern sei jetzt mit der Entwicklung einer neuen Suchmaschine beauftragt worden. Diese soll auch neue KI-Technologien auf Smartphones und Smart-Home-Geräte bringen, heisst es nun bei der 'New York Times'. Die Arbeiten an der neuen Suchmaschine befinden sich demnach aber noch im Anfangsstadium. Es sei noch nicht absehbar, wann sie auf den Markt kommt.
In der Zwischenzeit sollen mit dem Projekt "Magi" neue Funktionen in Google Search hinzugefügt werden. Magi würde es Suchenden ermöglichen, Transaktionen durchzuführen, wie etwa Kauf von Schuhen oder die Buchung von Flügen, heisst es im Bericht. Auch soll es möglich werden, sich Fragen zur Softwarecodierung zu beantworten und Code schreiben zu lassen.
Google habe Mitarbeitende aufgefordert, die Funktionen von Magi intern zu testen. Dabei sollten sie etwa auch Folgefragen stellen, um zu testen, wie gut das Tool ein Gespräch führen kann.
Es könnte sein, so der Bericht, dass erste Funktionen im Mai vorgestellt werden, dann findet Googles Entwicklerkonferenz I/O statt. Weitere Neuerungen sollen im Herbst folgen.
Der Bericht beschreibt weitere KI-Produkte, an denen Google offenbar arbeitet: ein KI-Bildgenerator namens GIGI sowie der Sprach-Tutor Tivoli. "Nicht jedes Brainstorming oder jede Produktidee führt zu einer Markteinführung", so eine Google-Sprecherin zur 'Times'. Wie Google aber bereits erklärt habe, "freuen wir uns darauf, neue KI-gestützte Funktionen in die Suche einzubringen". Man werde "bald weitere Details bekannt geben."