Bund arbeitet für Cybersicherheit enger mit EU zusammen

21. August 2024 um 13:37
  • security
  • Politik
  • bund
  • Schweiz
  • cybersecurity
  • eu
image
Illustration: Erstellt durch inside-it.ch mit Midjourney

Der Bundesrat genehmigt die Mitgliedschaft bei der European Cyber Security Organisation sowie die Mitwirkung an einem EU-Projekt für gemeinsame Cyberverteidigung.

Der Bundesrat hat die Mitgliedschaft der Schweiz in der European Cyber Security Organisation (ECSO) genehmigt. Damit soll die Cybersicherheit in der Schweiz gestärkt und mit europäischen Partnern koordiniert werden, teilt die Landesregierung mit.
Zu den rund 300 Mitgliedern der ECSO gehören Grossunternehmen, KMU und Startups, Forschungszentren, Universitäten, Verbände sowie öffentliche Verwaltungen der Mitgliedstaaten der EU, der Europäischen Freihandelsassoziation (Efta) sowie des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR).
Schweizer Unternehmen und Forschungseinrichtungen beteiligen sich bereits an der ECSO. Die Organisation wurde 2016 als gemeinnütziger Verein in Belgien gegründet. Heute ist sie laut dem Bundesrat die einzige europäische sektorübergreifende sowie unabhängige Mitgliederorganisation für Cybersicherheit. Sie versammle und vertrete öffentliche und private europäische Cybersicherheitsakteure und fördere ihre Zusammenarbeit, so die Mitteilung.

Austausch und Netzwerk

Aus Sicht des Bundesrats erlaubt eine Mitgliedschaft bei der ECSO, wichtige Informationen über aktuelle Technologieentscheide und -entwicklungen sowie einen Zugang zu Expertennetzwerken zu erhalten. Durch die Mitgliedschaft erhielten die zuständigen Fachstellen des Bundes Zugang zu den Empfehlungen der ECSO für die Forschungsprogramme der EU und hätten die Möglichkeit, eigene Schwerpunkte im Bereich Cybersicherheit vorzuschlagen, hiess es weiter.

Beteiligung am Projekt "Cyber Ranges Federation"

In einer separaten Mitteilung teilt das Verteidigungsdepartement (VBS) zudem mit, dass der Bundesrat die Teilnahme der Schweiz an zwei Projekten der Permanent Structured Cooperation (PESCO) der EU genehmigt habe. Eines davon ist das Projekt "Cyber Ranges Federation", das eine Verbesserung der internationalen Zusammenarbeit im Bereich der Cyberverteidigung bezweckt.
Im Rahmen des Projekts sollen die Computer-Simulationsumgebungen mehrerer Länder miteinander verbunden werden, um eine komplexere und realistischere Übungsumgebung zu schaffen. Die Simulationsumgebungen dienten unter anderem der besseren Interoperabilität, der Erprobung von Technologien sowie der Verbesserung der Weiterbildung von Fachpersonal, so die Mitteilung.
Gegenwärtig beteiligen sich demnach Estland, Belgien, Bulgarien, Finnland, Frankreich, Italien, Luxemburg und Österreich an der Cyber Ranges Federation. Die Schweiz werde über ihre Cyber Training Range, die im Rahmen bestimmter Übungen je nach Bedarf der Schweizer Armee punktuell verbunden wird, am Projekt teilnehmen.
Die PESCO wurde 2017 vom EU-Rat ins Leben gerufen, um gemeinsam die Verteidigungsfähigkeit weiterzuentwickeln und Rüstungsprojekte durchzuführen. Die Teilnahme der Schweiz an der Cyber Ranges Federation müsse noch von den beteiligten Staaten und dem Rat der Europäischen Union zur Genehmigung unterbreitet werden, so die Mitteilung.
(Mit Material von Keystone-sda)

Loading

Mehr zum Thema

image

Rekordzahl an offenen KI-Stellen in der Schweiz

Insbesondere in den Fachbereichen sind Kompetenzen im beruflichen Umgang mit KI gefragt. Stellen für KI-Entwickler sind weit weniger ausgeschrieben.

publiziert am 15.6.2026
image

Schweiz testet Cyberabwehr im Verkehrssektor

Im Rahmen der "Cyber Europe 2026" hat die Schweiz ihre Abläufe zur Bewältigung von Cybervorfällen im Transportsektor getestet. Beteiligt waren Behörden und Betreiber kritischer Infrastrukturen.

publiziert am 15.6.2026
image

Autonome Postautos im freihändigen Betrieb

Postauto will den Linienverkehr in Zukunft mit autonomen Shuttles ergänzen. Testfahrzeuge können in den beiden Appenzell und dem Kanton St. Gallen nun freihändig fahren.

publiziert am 12.6.2026
image

Strafverfolger schalten Geldwäschedienst für Ransomware ab

Internationale Behörden unter Beteiligung des Fedpols haben die Plattform "AudiA6" zerschlagen. Über diese wurden Millionen in Kryptowährungen gewaschen.

publiziert am 12.6.2026