Im Mai erbeutete mutmasslich die chinesische Gruppe "Storm-0558" einen Kontosignaturschlüssel (MSA) von Microsoft.
Die Angreifer nutzten diesen, um auf E-Mail-Konten von Regierungen und Privatpersonen zuzugreifen, darunter das US-Handels- und das Aussenministerium. Zugleich bedrohte der Hack weitere Cloud-Dienste wie Sharepoint, Onedrive, Office 365 oder Teams.
Der Bundesrat sagt nun, dass die Bundesverwaltung nicht betroffen sei. In einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage verweist die Regierung auf ein schriftliches Statement von Microsoft vom August sowie auf eine interne Untersuchung. Es sei auch bei der Überprüfung der Log-Dateien keine Kompromittierung festgestellt worden, heisst es in der Antwort.
Sofortmassnahmen und Alarmorganisation
Auch geht aus der bundesrätlichen Stellungnahme hervor, dass der Bund noch keine produktiven M365-Applikationen in der Cloud betreibt. Präventiv wurde aber ein Monitoring des Datenverkehrs und die Analyse der Log-Dateien durchgeführt und als feste Leistung in die interne Betriebsorganisation aufgenommen. Das zumindest verspricht die Regierung.
Zudem seien sämtliche Kontosignaturschlüssel, die vor dem Hack genutzt wurden, ungültig gemacht worden. Der Designfehler im Token-Validierungsprozess sei durch Microsoft korrigiert worden.
Man habe in der Bundesverwaltung weiter Sofortmassnahmen zur Verbesserung der internen Kommunikation bei Sicherheitsvorfällen getroffen, so der Bundesrat. Der Aufbau einer Alarmorganisation im Umfeld der Cloud-Infrastruktur sei in Arbeit. Dieser wird vom Nationale Zentrum für Cybersicherheit (NCSC), dem Bereich Digitale Transformation und IKT-Lenkung (DTI) und dem Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) verantwortet.
"Der Vorfall Storm-0558 hat keinen Einfluss auf den Einführungsentscheid von Microsoft 365", heisst es vom Bundesrat abschliessend. Es sei bereits vor dem Sicherheitsvorfall festgelegt worden, dass keine vertraulichen Informationen oder besonders schützenswerte Personendaten in der Cloud verarbeitet werden dürften.