Bund unterschätzt Energiebedarf von RZs

25. Juni 2025 um 13:46
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Visualisierung Technologiezentrum Laufenburg. Bild: Flexbase / Frei Architekten

In der Schweiz schossen in den letzten Jahren die Rechenzentren wie Pilze aus dem Boden. Die Anlagen brauchen viel Energie, die der Bund in seinen Zukunftsszenarien noch nicht eingeplant hat.

Das Bundesamt für Energie (BFE) lässt den Strombedarf von Rechenzentren in der Schweiz prüfen. Eine Auswertung soll Ende Jahr im Rahmen einer Studie veröffentlicht werden. Dem 'Zürcher Oberländer' (Paywall) gab der Studienautor Adrian Altenburger, Professor für Gebäudetechnik und Energie an der Fachhochschule Luzern, bereits eine Vorschau auf die Ergebnisse.
Die Analysen Altenburgers zeigten, dass sich der Energieverbrauch der Rechenzentren in der Schweiz zwischen 2019 und 2024 von 2,1 auf 4 Terawattstunden fast verdoppelt hat. Bis 2030 soll der Stromkonsum weiter wachsen auf dann 6 bis 8 Terawattstunden pro Jahr. Laut dem Experten entspreche das zwischen 10 und 15% des Stromverbrauchs der ganzen Schweiz – oder der Jahresproduktion eines Kernkraftwerks, schreibt die.

Rechenzentrums-Boom

In den Berechnungen nicht berücksichtigt ist der Zeitung zufolge ein Vorhaben der Firma Flexbase in Laufenburg. Dort sollen ein Technologiezentrum, ein KI-Rechenzentrum und ein Batteriespeicher errichtet werden. Die Baufreigabe liegt seit April vor, die Inbetriebnahme ist für Sommer 2028 geplant. Der 'Zürcher Oberländer' will erfahren haben, dass das RZ auf eine Stromleistung von mehreren Hundert Megawatt angewiesen sein soll. Es wäre es das mit Abstand grösste Rechenzentrum der Schweiz.
Die Anlage in Laufenburg ist bei Weitem nicht das einzige Bauvorhaben. Die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) verzeichneten nach Angaben der Zeitung in den letzten fünf Jahren über 100 Anfragen für neue Anschlüsse von neuen Rechenzentren. Alpiq und Axpo berichteten ebenfalls von einem steigenden Energiebedarf durch neue RZs.

Amsterdam und Singapur als Vorbilder

Professor Altenburger sieht die Schweiz nicht vorbereitet auf den Rechenzentrums-Boom. Der zusätzliche Strombedarf sei in den bisherigen Szenarien zur Entwicklung der Energieversorgung nicht ausreichend berücksichtigt worden, sagt er der Zeitung. Es sei nun am BFE, für die Deckung des Mehrbedarfs durch zusätzliche Rechenzentren zu sorgen. Oder den Zubau neuer Anlagen limitieren müssen, doppelt wer nach.
Mit einem Baustopp wäre die Schweiz nicht alleine. Wie die Zeitung schreibt, hätten Städte wie Amsterdam und Singapur bereits Moratorien für neue Datenzentren verhängt, um eine Überlastung des Stromnetzes zu verhindern.
Korrigendum 26.6.: In einer ersten Version des Artikels stand fälschlicherweise EWZ der Stadt Zürich bei den Anfragen für neue Rechenzentren. Es handelt sich um die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ).

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