Bund vergibt die Easygov-2.0-Aufträge

26. Februar 2026 um 12:28
  • politik & wirtschaft
  • e-government
  • Bund
  • Beschaffung
image
Foto: Ansgar Scheffold / Unsplash

Für die Weiterentwicklung und den Betrieb des Portals lässt der Bund bis zu 98 Millionen Franken springen.

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) hat im Jahr 2022 ein Projekt zur Weiterentwicklung von Easygov gestartet, seines Online-Schalters für Unternehmen. 2024 wurde es in die Konzeptphase überführt. Im letzten August publizierte das Seco dann eine Ausschreibung, um IT-Dienstleister für die Umsetzung zu bestimmen, die Mitte dieses Jahres beginnen soll. Nun wurden die Zuschlagsempfänger und der vorgesehene Kostenrahmen bekannt gegeben.
Im Zentrum des Projekts Easygov 2.0 stehe der Umbau der bestehenden Plattform zu einer skalierbaren, modular aufgebauten digitalen Infrastruktur, so das Seco. Neu sollen Behörden durch die Einführung einer Low-Code-Plattform ihre digitalen Dienstleistungen in grösserem Umfang selbst auf der Plattform entwickeln können. Die Plattform soll eine schnellere und standardisierte Entwicklung von Online-Behördendienstleistungen auch ohne tiefe Programmierkenntnisse erlauben. Unterstützend sollen dafür unter anderem auch Guidelines und Expertisen bereitgestellt werden.

Kernstück Low-Code-Plattform

Zuschläge für die Entwicklung der Low-Code-Plattform sowie die Beschaffung von Low-Code-Lizenzen für das Seco/Easygov und das Generalsekretariat des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (GS-WBF) gingen an Adesso Schweiz, Elca und Greenfield Technology. Diese IT-Dienstleister hatten Offerten in der Höhe von knapp 30 bis 63,4 Millionen Franken eingereicht.
Im zweiten Los wurden die Entwicklungsarbeiten am eigentlichen neuen Portal Easygov 2.0 sowie dessen Betrieb, Support, Wartung und Weiterentwicklung vergeben. Die Zuschläge gingen an Adesso Schweiz, Ti&m und Elca mit Offerten zwischen 14,6 bis 19,3 Millionen Franken.
Im dritten Los suchte das Seco dann noch allfällig notwendiges Zusatzpersonal für die Portalentwicklung. Zuschläge erhielten Elca, Ti&m, Adesso Schweiz, Lufthansa Industry Solutions und Adnovum. Deren Offerten bewegten sich zwischen 14,9 und 24,3 Millionen Franken.
Die Zuschlagsempfänger werden sich jeweils in Mini-Tender-Verfahren um die konkreten Aufträge bemühen müssen.

12 Jahre Laufzeit

Wie das Seco festhält, beträgt das Gesamtvolumen aller drei Lose maximal rund 98 Millionen Franken für eine Laufzeit von zwölf Jahren für die ersten beiden und fünf Jahre für das dritte Los. Davon entfalle rund ein Drittel auf das WBF, das beabsichtige, die im Rahmen von Easygov beschaffte Low-Code-Plattform für das Departement zu nutzen. 99% der Vergabesumme sei aber optional, es bestehe keine Abnahmeverpflichtung seitens des Seco.
Easygov ist eine zentrale digitale Anlaufstelle für Unternehmen im Kontakt mit Behörden. Seit dem Start im Jahr 2017 haben sich laut Seco rund 160’000 Unternehmen registriert, rund ein Viertel aller Unternehmen in der Schweiz. Durch die neue technologische Grundlage sollen Behörden ihre Leistungen in Zukunft effizienter digitalisieren und schneller auf der Plattform bereitstellen können. Für Unternehmen bedeute dies mittelfristig mehr digitale Behördenleistungen an einem zentralen Zugangspunkt, vereinfachte Verfahren und einen geringeren administrativen Aufwand.
Die Implementierung von Easygov 2.0 soll Mitte 2026 beginnen, der Go-live ist für den Herbst 2027 geplant.

Loading

Kommentare

Anmeldung wird geprüft …

Mehr zum Thema

image

Schweizer Softwarebranche setzt zunehmend auf KI

9 von 10 Schweizer Softwareunternehmen nutzen KI für die Entwicklung. Das treibt Investitionen hoch und macht gleichzeitig Kunden ungeduldiger.

publiziert am 30.10.2026
image

Bankiervereinigung fordert günstigen Rahmen für Schweizer Stablecoin

Die Bankiervereinigung will, dass ein digitaler Schweizer Franken aus der Schweiz kommt. Dafür würden Sicherheits- wie auch Stabilitätsüberlegungen sprechen.

publiziert am 30.10.2026
image

Ob- und Nidwaldner ILZ darf mehr Gewinn erwirtschaften

Nach Nidwalden stimmte auch der Kantonsrat Obwalden einer neuen Regelung für das gemeinsame Informatikleistungszentrum zu.

publiziert am 30.10.2026
image

Bern beantragt 3,4 Millionen Franken für Rettungs-IT

Schutz und Rettung Bern überführt seine Bürokommunikation schrittweise in die städtische IT-Umgebung. Gleichzeitig soll ein neuer Vertrag mit der Kantonspolizei den Betrieb der mobilen Informatikinfrastruktur bis 2030 sichern.

publiziert am 29.10.2026