Bundesrat beschliesst Ersatzmassnahmen zu Horizon

4. Mai 2022, 15:00
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Kontrollraum der ESA in Darmstadt. Foto: European Space Agency / Lizenz: CC BY-SA 3.0 IGO

Statt über die Forschungsförderung der EU fördert der Bundesrat die hiesige Wissenschaft derzeit direkt. Zudem hat er ein Abkommen mit der ESA abgeschlossen.

Seit die Schweiz nur noch als nicht-assoziiertes Drittland am EU-Rahmenprogramm "Horizon Europe" beteiligt ist, werden innovative Forschungen in der Schweiz direkt über das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) finanziert. Während eine rasche Assoziierung an das Forschungs­programm auch weiterhin das Ziel der Landesregierung sei, habe man als Überbrückungsmassnahme die bereits bestehenden Finanzierungen auch auf das Jahr 2022 ausgeweitet und dazu noch eine vertiefte Zusammenarbeit mit der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) vereinbart.
Ebenso hat der Bundesrat Übergangsmassnahmen für die strategischen Bereiche Hochleistungsrechnen, Quantenforschung und Raumfahrt verabschiedet, bei denen Schweizer Forschende aktuell ausgeschlossen sind. Die entsprechenden Massnahmen lehnen sich eng an die Instrumente der EU-Programme an und sollen sicherstellen, dass die Schweiz ihre starke Stellung in diesen Bereichen beibehält. Insgesamt beläuft sich die Finanzierung für die Jahre 2021 und 2022 auf über 1,2 Milliarden Schweizer Franken.
Ergänzend dazu will der Bundesrat auch die internationale Ausrichtung der Schweizer Forschung und Innovation in ihren Exzellenzbereichen diversifizieren und stärken: Es geht dabei um die Lancierung von bi- und multilateralen Forschungskooperationen mit Ländern inner- und ausserhalb Europas in Forschungsbereichen von strategischer Bedeutung für die Schweiz.
Gerade im Bereich der Quantenforschung leiste die Schweiz international führende Beiträge und der Bund fördert den Fortschritt in diesem Gebiet seit Jahren. Neu soll eine nationale Quanteninitiative lanciert werden, welche Infrastrukturen und Technologieplattformen national koordiniert und auf- und ausbaut. Damit sollen wichtige Grundlagen für internationale Partnerschaften geschaffen und die bereits geleisteten Investitionen der Hochschulen und des Bundes geschützt werden.

Zugang zum Weltraum

Ebenfalls im Sinne der Diversifizierung der internationalen Beziehungen hat der Bundesrat eine Kooperationsvereinbarung mit der ESA abgeschlossen. Durch diese soll die Beziehungen zwischen der Schweiz und der ESA sowie deren Mitgliedstaaten gestärkt werden, teilte die Regierung mit. Die Unterzeichnung eines entsprechenden Vertrages soll dann am 17. Mai 2022 am Paul Scherrer Institut (PSI) in Villigen erfolgen. Das Ziel der Vereinbarung sei es, mit einem gemeinsam Kompetenzzentrum den künftigen Bedarf an Technologien in der Raumfahrt zu antizipieren.
Das am PSI angesiedelte European Space Deep-Tech Innovation Centre (ESDI) soll die Verfügbarkeit von "Deep Technologies" für die Programme und Missionen der ESA gewährleisten und somit auch den Schweizer Raum­fahrt­sektor stärken. Darüber hinaus begünstige eine solche Vereinbarung auch die zukünftige Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und der ESA, so der Bundesrat. Die Massnahme wird ebenfalls im Rahmen der bestehenden Mittel für den Raumfahrt- und ETH-Bereich finanziert.
Die Schweiz ist ein Gründungsmitglied der ESA und leistet einen jährlichen Beitrag von gut 190 Millionen Schweizer Franken an die Programme und Tätigkeiten der europäischen Raumfahrtbehörde. Die technischen Innovationen im nationalen Weltraumsektor wie auch die enge Zusammenarbeit zwischen den Forschungsinstituten und der Industrie seien wesentliche Faktoren für das Wirtschaftswachstum. Gemäss der Mitteilung kann die Schweiz in diesem Sektor international mithalten und steuert auch immer wieder einzigartige Beiträge dazu bei.

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