Bundesrat will 320 Millionen Franken in die Swiss Cloud stecken

22. Mai 2024 um 11:49
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Foto: Andreas Fischinger / Unsplash

Mit der Swiss Government Cloud soll im BIT eine Cloud-Infrastruktur für die Verwaltung aufgebaut werden. Der Bundesrat hat jetzt die Botschaft zu einem Verpflichtungskredit an das Parlament verabschiedet.

Der Bundesrat hat die Botschaft zum Aufbau einer Swiss Government Cloud (SGC) verabschiedet. Mit der SGC soll im Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) eine neue, auch auf die zukünftigen Anforderungen der Bundesverwaltung zugeschnittene Cloud-Infrastruktur geschaffen werden. Die entsprechende Botschaft zu einem Verpflichtungskredit in Höhe von 246,9 Millionen Franken hat der Bundesrat an seiner Sitzung vom 22. Mai an das Parlament verabschiedet.
Die Botschaft sei ein Gesamtpaket, betonten Verantwortliche des BIT im Rahmen eines Mediengesprächs. Es umfasse nicht nur den Aufbau und Betrieb der Infrastruktur, sondern auch Ausbildung, Beratung und Governance sowie den Ausbau der Cybersicherheit und Netzinfrastruktur. Vorgesehen ist weiter, dass auch Kantone und Gemeinden das SGC-Angebot nutzen können.
Insgesamt rechnet der Bund mit Projektkosten von knapp 320 Millionen Franken. Darin enthalten sind auch Eigenleistungen des BIT über die gesamte Programmlaufzeit sowie Ausgaben, die bereits im laufenden Jahr für Vorbereitungsarbeiten angefallen sind. Das Vorhaben ist für die Jahre 2025 bis 2032 angelegt. Das Programm wird als Schlüsselprojekt geführt und somit regelmässig von der Eidgenössischen Finanzkontrolle geprüft werden.

Bestehende Infrastruktur muss abgelöst werden

Mit seiner Cloud-Strategie von 2020 (linke Spalte in der Grafik) hat der Bundesrat sich für einen Hybrid-Multi-Cloud-Ansatz entschieden. Bundesbehörden sollen sowohl bundesinterne als auch externe Cloud-Dienste mehrerer Anbieter beziehen können.

Im Rahmen dieser Strategie erfolgte die grosse Public-Cloud-Beschaffung bei den amerikanischen und einem chinesischen Hyperscaler. Diese Public-Cloud-Angebote sollen nun innerhalb der aufzubauenden Infrastruktur mit Private-Cloud-Angeboten vereint werden, sodass der Verwaltung eine Hybrid-Multi-Cloud-Infrastruktur zur Verfügung steht. Die SGC fügt sich damit in die Cloud-Strategie des Bundes ein.
Mit der SGC werde auch die zunehmend veraltete Private-Cloud-Infrastruktur des BIT abgelöst, wie der Bundesrat mitteilt. Hier verberge sich auch einiges an Sparpotenzial, war vom BIT weiter zu erfahren. Ein Weiterbetrieb der heutigen Private-Cloud-Lösung hätte höhere Kosten zur Folge gehabt.

Verschiebung in die Public Cloud erwartet

Wie vom BIT zu erfahren war, wird die SGC drei Stufen umfassen: Public Cloud, Public Cloud On-Prem und Private Cloud. Eine Bedarfsanalyse habe ergeben, dass, Stand heute, voraussichtlich folgende Volumen aus diesen drei Stufen der SGC bezogen würden:
• Fachanwendungen: 1027
• Virtuelle Maschinen: 9413
• Container: 8200
• Speicher: 108,9 Petabyte
Derzeit gibt es noch keine Public-Cloud On-Prem-Infrastruktur, diese werde noch aufgebaut, so das BIT. Die Verteilung wird sich demnach insgesamt Richtung Public Cloud verschieben. Zum Zeitpunkt der Migration auf die neue Infrastruktur im Jahr 2027 werde ein Grossteil der Services auf der Private Cloud betrieben. Bis 2032 könnte der Anteil von Public Cloud auf fast 70% und jener von Public Cloud On-Prem auf 10% steigen:
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Quelle: Botschaft zu einem Verpflichtungskredit zum Aufbau einer Swiss Government Cloud
Diese Prognose decke sich mit den Einschätzungen ausländischer Regierungen und des Marktanalysten Gartner, die im Rahmen der Vorarbeiten zur SGC befragt wurden, heisst es in der Botschaft zum Verpflichtungskredit.

Erste Services ab 2026

Heisst das Parlament das Vorhaben gut, sollen 2025 die WTO-Ausschreibungen für die drei Stufen der SGC publiziert werden. Ab 2026 sollen erste Services über die neue Infrastruktur verfügbar sein. Die Migration bestehender Anwendungen erfolgt ab 2027, ist der Botschaft zu entnehmen.
Etwas später aufgebaut werden soll die Stufe 2b, Public Cloud On-Prem. Damit will das BIT starten, wenn ein konkreter Kundenbedarf besteht. Basierend auf der Bedürfnisanalyse geht das Amt davon aus, dass dies ab 2029 der Fall sein wird.
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