ChatGPT besteht Jusprüfung

26. Januar 2023 um 10:53
  • innovation
  • künstliche intelligenz
  • chatgpt
image
Foto: Nguyen Dang Hoang Nhu / Unsplash

An der Universität von Minnesota hat die KI eine genügende Note erzielt. Bei offenen Aufgabestellungen hatte sie aber Mühe.

Die KI-Software ChatGPT hat eine Jusprüfung an der Universität von Minnesota bestanden. In einem Forschungspapier des Juraprofessors Jonathan Choi vom 23. Januar 2023 beschreiben Choi und Kollegen, dass die auf künstlicher Intelligenz (KI) basierende Software bei Aufgaben in den Bereichen Verfassungsrecht, Deliktrecht und Steuerrecht insgesamt eine genügende Note erreicht habe.
ChatGPT bekam von Choi denselben Test wie die menschlichen Kommilitonen. Er bestand demnach aus 95 Multiple-Choice-Fragen sowie 12 Aufsatzaufgaben.
"Beim Schreiben von Aufsätzen zeigte ChatGPT ein gutes Verständnis grundlegender rechtlicher Regularien und wies eine durchweg solide Organisation und Komposition auf", schrieben die Autoren. Ausserdem habe die KI akkurat zitiert. Doch der Bot "hatte oft Schwierigkeiten, Probleme bei offenen Aufgabenstellungen zu erkennen, eine Kernkompetenz bei juristischen Prüfungen".
Obwohl der Test blind benotet wurde, hatten laut Choi 2 von 3 Prüfern eine Ahnung, welche Prüfungsantworten von ChatGPT stammten. Die Grammatik sei perfekt gewesen, die Ausführungen dagegen "etwas repetitiv", schrieb Choi auf Twitter.
Als selbstständig agierender Student sei ChatGPT "nicht grossartig" gewesen, erklärte Choi, in mathematischen Aufgaben habe er sogar "versagt". Allerdings gehe seine Forschungsgruppe davon aus, dass Sprachmodelle wie ChatGPT "in der Zusammenarbeit mit Menschen" für Jurastudenten, die Prüfungen ablegen, und für praktizierende Anwälte sehr nützlich sein könnten.

Loading

Mehr zum Thema

image

Zürcher Startup Klarent sammelt 8 Millionen

Mit dem gewonnenen Startkapital will Klarent sein Team und seine Plattform für autonome Qualitätssicherung weiter ausbauen und bis in die USA expandieren.

publiziert am 12.10.2026
image

KI kennt nur wenige Schweizer KMUs

Regionale Schweizer Bäckereien, Coiffeursalons, Garagen und Zahnärzte werden von globalen KI-Assistenten erst selten genannt. Sie bevorzugen Ketten und Marken.

publiziert am 12.10.2026
image

Berner KI-Startup Besso erhält 4 Millionen Franken

Mit seiner KI-Plattform hilft Besso multinationalen Konzernen bei der Bewältigung von komplexen internationalen Handelsvorschriften.

publiziert am 9.10.2026
image

Zürcher Namespace erhält 42 Millionen

Die Softwarefirma will mit dem eingeworbenen Kapital die Produktentwicklung vorantreiben und seine Rechenzentrumsstandorte ausbauen.

publiziert am 6.10.2026