Die Schweizer IT-Abteilungen zählen in ihrem Arbeitsalltag zunehmend auf Künstliche Intelligenz. Doch wie kann die breite Nutzung auch im gesamten Unternehmen einen konkreten Mehrwert schaffen? Laut der Studie "State of Data Work" im Auftrag von Snowflake halten 98% ihr Unternehmen für gut gerüstet, um von KI zu profitieren. Gemäss Studie sehen sowohl Führungskräfte als auch Fachkräfte für den nächsten Schritt vom alltäglichen KI-Einsatz hin zum Agentic Enterprise vor allem bei der Datengrundlage, der technologischen Infrastruktur, der Strategie und den Kompetenzen Handlungsbedarf.
Für die Erhebung wurden rund 50 Daten- und IT-Mitarbeitende in der Schweiz befragt, darunter sowohl Fachkräfte als auch Führungskräfte. 96% der Befragten würden mindestens einmal täglich KI nutzen. 74% geben an, dadurch produktiver zu arbeiten und 84% fühlen sich bei ihrer Arbeit entlastet. 94% rechnen in den kommenden zwei Jahren mit einer weiteren Effizienzsteigerung durch KI.
Deutliche Unterschiede würden sich jedoch zwischen der Chefetage und einer Etage weiter unten zeigen: 91% der Führungskräfte nutzen KI mehrmals täglich. Unter den Fachkräften hingegen ist das nur bei 30% der Fall. Auch beim wahrgenommenen Produktivitätsgewinn gehen die Einschätzungen auseinander: Während die Mehrheit der Führungskräfte (87%) von einer Steigerung berichtet, sind nur 63% der Fachkräfte derselben Meinung. Die KI-Welle ist damit längst im Unternehmen angekommen, erreicht die verschiedenen Unternehmensebenen bislang aber unterschiedlich stark, heisst es in der Studie.
Datenqualität als Hindernis
Für mehr als die Hälfte der befragten Fachkräfte (52%) sei die Datenqualität ein "gravierendes" Hindernis in ihrer täglichen Arbeit. Auf der Chefetage wird laut Studie das Problem hingegen deutlich weniger stark wahrgenommen: Dort sehen lediglich 26% die Datenqualität als eine der grössten Bremsen für den KI-Einsatz.
Auch Altsysteme, Datensilos und Governance werden von jeweils 44% der Fachkräfte als Hindernisse für den KI-Fortschritt genannt. Gleichzeitig sind 96% der Führungskräfte überzeugt, dass ihr Unternehmen über eine ausreichende Datenbasis für KI verfügt. Bei den Fachkräften teilen diese Einschätzung lediglich 74%.
"KI ist längst in der Arbeitsrealität angekommen. Eine breite Nutzung bedeutet aber noch nicht, dass alle Teams die gleichen Voraussetzungen haben, um davon zu profitieren", sagt Fabian Gampfer, Principal AI Specialist bei Snowflake. "Wenn Schweizer Unternehmen KI breiter einsetzen wollen, müssen sie die Lücke zwischen Führungskräften und Fachkräften schliessen. Dafür sollten sie vor allem die Hürden bei Datenqualität und Datengrundlage angehen, mit denen ihre Teams im Arbeitsalltag konfrontiert sind."
Nur mehr KI reicht nicht
Damit KI im Unternehmen tatsächlich einen Mehrwert bringt, sehen Führungskräfte und Fachkräfte unterschiedliche Prioritäten, heisst es weiter. Für die Führungsebene würden vor allem ein besserer Zugang zu vertrauenswürdigen Daten und zusätzliche Investitionen im Vordergrund stehen.
Beim Thema KI-Kompetenzen sind sich beide Befragungsgruppen aber einig: Für jeweils je 30% brauche es hier Handlungsbedarf. Auch bei der Modernisierung von Altsystemen und einer klareren KI-Strategie der Führungsebene besteht mit jeweils 26% weitgehend Einstimmigkeit.
Die Ergebnisse der Studie machen gemäss Snowflake deutlich, dass es ein strategisches Zusammenspiel aus einer soliden Datengrundlage, modernen Systemen und den richtigen KI-Kompetenzen für einen grösseren KI-Mehrwert braucht.
Laut Siniša Mitrovic, Country Manager Alps Region bei Snowflake, sind Schweizer Unternehmen bei KI sehr zuversichtlich: "Doch Zuversicht allein reicht nicht. Die Ergebnisse unserer Studie zeigen, wo noch Handlungsbedarf besteht: bei der Datenqualität, bei Altsystemen und Datensilos. Wer mehr aus KI herausholen will, muss diese grundlegenden Aspekte angehen und gleichzeitig sicherstellen, dass Entscheidungen und Massnahmen geregelt, vertrauenswürdig und in der Geschäftsrealität verankert sind. Die Herausforderungen lassen sich nicht allein durch neue Tools überwinden - sie erfordern den richtigen operativen Fokus und ein einheitliches System, das Daten und Infrastruktur miteinander verbindet."